Auch diese Woche geht es mit den Berichten aus der Post-Apokalypse weiter. Meine “Frisch vom Spieltisch”-Kurzartikel liegen derweil aus Zeitgründen auf Eis und kommen nach Nukleare Träume vermutlich wieder.
Nachdem die Plünderer-Scouts Jakob ein paar üble Wunden zugefügt haben, haben unsere Helden erst einmal etwas Pause. Sie haben jetzt auch vollen Zugang zum Gebäude und ein paar Betten in einem der Räume im ersten Stock erhalten, in dem auch die Bewohner der Siedlung schlafen. Die Helden bemerken recht schnell, dass man durch vor das Fenster zu schiebende Schränke auch diesen Stock wehrhafter machen kann. Neu-Schwanstein scheint gut gerüstet gegen Übergriffe der Plünderer. Jakob erholt sich im Krankenzimmer von Neu-Schwanstein auch den folgenden Tag. In der Zwischenzeit wurde für Henning ein Raum hergerichtet, den er jetzt als Labor benutzen wird. Er kann sich einfache Laborausrüstung aus den Vorräten der Siedlung zusammen suchen. Zusammen mit dem, was er aus dem Bunker mitgebracht hat reicht das, damit seine Forschung zumindest gebremst weitergehen kann. In dieser Zeit hilft Felix mit seinen Fähigkeiten als Mechaniker in der Werkstatt des Ortes.
Ich habe zur Forschung ein einfaches Fortschrittsmodell entworfen. Je nach Ausstattungsgrad des Labors gibt es einen Punktwert (derzeit gibt das Labor einen Bonus von -4 auf entsprechende Arbeiten (ohne Labor wären solche Arbeiten gar nicht möglich) und hat damit einen Punktwert von 1. Je Verbesserung des Bonus um 2 Punkte steigt der Punktwert um 1. Bei jedem Stufenanstieg wird der einfache Punktwert auf den Fortschrittswert addiert. In einer Tabelle habe ich mir überlegt, was die Alge je nach Fortschrittswert “kann”. Entsprechend kann ich auch nachvollziehen wie schnell Alge wächst und wieviel Alge wann zur Verfügung steht.
Zu Besuch bei Nachbars
Nachdem es Jakob wieder besser geht, beschließt die Expedition die Siedlung “Flughafen” aufzusuchen, denn dort soll es eine bessere Nahrungsversorgung geben. Vielleicht kann von dort der Bunker versorgt werden. Schnell die Rucksäcke gepackt, das noch vorhandene Plündergut gegen Zigaretten getauscht und ein Aufzuchtbecken für die Alge “angesetzt” und los geht’s. Da die Gegend nachts gefährlicher sein soll als tagsüber, bricht man früh morgens auf. Felix leidet ein wenig unter den Folgen der Ernährung mit versuchter Nahrung, es ist aber nichts ernstes, er ist nur etwas übermüdet. Die Route ist einfach, es gilt der alten Autobahn zu folgen und so erreicht man am späten Nachmittag eine Ebene auf der aus der Entfernung eine Siedlung zu erkennen ist. Die Siedlung besteht aus alten, teilweise verfallenen kastenartigen Gebäuden und einem Turm. Die Gebäude und der Turm sind mit geplünderten Baumaterialien von anderen Gebäuden geflickt worden und so ein einem ganz passablen Zustand. Um die Gebäude herum erstrecken sich Felder und wenige Weiden für die zweiköpfigen Kühe, die oft als Last- und Nutztiere anzutreffen sind (wenn Post-Apokalypse, dann auch Brahmin
). Auf den Feldern arbeiten wohl die Bewohner und dazwischen patrouillieren Wachen, die das Umland beobachten. Verteidungsanlagen scheinen aber nur in den Gebäuden zu sein.
Die Gruppe nähert sich der Sieldung und bevor sie die ersten Felder erreichen, kommen ihnen zwei Wachen mit griffbereiten Gewehren entgegen. Die Drei nennen ihren Begehr – Handel – und werden in das Gebäude zum Bürgermeister der Siedlung begleitet. Dieser fragt zunächst nach der Herkunft und den Motiven der Gruppe. Diese geben wieder an von hinter den Bergen zu kommen und von Neu-Schwanstein hierher aufgebrochen zu sein. Ihr Wunsch nach Nahrung kann vom Bürgermeister nicht erfüllt werden, da der Flughafen den größten Teil seiner Überschüsse mit Neu-Schwanstein handelt. Zu erfahren ist aber noch, dass der Flughafen sein Wasser für die Felder aus einem Brunnen bezieht. Anscheinend ist das Wasser im Brunnen weniger verstrahlt, da die Felder zumindest ganz passable Erträge liefern. Doch bei weiteren Details gibt sich der Bürgermeister trotz geschickter Verhandlungen sehr zugeknöpft, da er den Dreien nicht traut. An ein Empfehlungsschreiben aus Neu-Schwanstein hat keiner von ihnen gedacht (inkl. des Meisters O:-) ).
So wird der Besuch nur zu einem Handel genutzt. Die zuvor in Neu-Schwanstein ertauschten Zigaretten werden hauptsächlich gegen Laborausstattung wie z.B. ein sehr altertümliches Mikroskop getauscht. Gewehre und, wie schon festgestellt, größere Mengen Nahrung sind auch hier nicht zu bekommen. Auf Grund des etwas zugeknöpften Bürgermeisters entschließt sich die Gruppe dazu direkt wieder zurück zu marschieren, auch wenn es schon später Nachmittag ist. Als es dunkel wird, versucht sie sich an einem Gewaltmarsch, der aber auf Grund von Erschöpfung abgebrochen wird. Man rastet an der alten Autobahn auf halbem Weg zurück. Des Nachts wird man dabei allerdings von einem aggressiven Wildschein angegriffen. Henning schlägt sogleich Alarm und nach einigen Treffern tritt es schwer verwundet die Flucht an. Die Expeditionsteilnehmer bleiben relativ unverletzt. Am nächsten Mittag hat man Neu-Schwanstein wieder erreicht.
Untersuchungen in Schwanstein
Nach der Rückkehr überlegt man, wie die Nahrungsversorgung verbessern kann, um evtl. genug zu produzieren, dass auch der Bunker davon überleben kann. Das Grundproblem ist der Mangel an unverstrahltem Wasser. Die Helden hoffen, dass das Wasser aus tieferen Regionen weniger verstrahlt ist. Sie überlegen, dass ein in den Ruinen der Stadt eventuell vorhandenes Wasserwerk entsprechendes Wasser fördern könnte oder zumindest die benötigten Pumpen liefern könnte. Um danach zu suchen, will Jakob die Stadt überfliegen. Henning und Felix, die dazu nichts beitragen können, gehen in der Zwischenzeit forschen und in der Werkstatt helfen. Jakob überfliegt die Außenbezirke der Stadt, über dem Zentrum ist es ihm ob der dort vermutlich zahlreichen Plünderer zu gefährlich. Er wird auch nur vereinzelt aus großer Entfernung beschossen, doch die Kugeln pfeifen weit vorbei. Er entdeckt kein Wasserwerk, wobei ihm auch nicht ganz klar ist woran er eines erkennen könnte. Dafür kann er feststellen, dass in der Stadt immer wieder einzelne Häuser von Plünderern besetzt und befestigt sind. Es sind immer die höchsten Häuser der näheren Umgebung und wenn sie nicht miteinander verbunden sind, so dass sie einen Verbund formen, stehen sie auch in gewissen Abständen. Zwischen manchen sind Schusswechsel festzustellen. Je weiter er zum Inneren der Stadt kommt, umso mehr Personen kann er entdecken.
Die interessanteste Entdeckung macht Jakob jedoch, als er auf einem der Reste der Autobahn rastet. Dort stehen vereinzelt Wracks von Autos, manche davon nutzen anscheinend sogar Anti-Grav-Technik. Da sie an einem sehr unzugänglichen Ort stehen, sind sie auch noch nicht ausgeplündert worden. In wieweit die Autos oder ihr Innenleben noch zu gebrauchen sind, kann er nicht feststellen. Nach einigen Stunden des Überflugs kehrt er nach Neu-Schwanstein zurück und erzählt seinen Begleitern von den Entdeckungen. Henning hat den Tag genutzt um seine Forschung weiter voran zu treiben und das Labor mit den am Flughafen erstandenen Waren aufzurüsten.
Das Labor hat jetzt einen Bonus von -2. Beim Schreiben fällt mir gerade auf, dass das Ausspielen des Tauschhandels bisher etwas kurz kam. Das sollte ich in zukünftigen Sitzungen unbedingt verbessern.
Durch Befragungen in Neu-Schwanstein hören die Helden m nächsten Tag von einem Klärwerk am Fluss südlich von Schwanstein. Jakob fliegt sogleich dorthin. Das Klärwerk ist verlassen. Jakob findet nur einige Ratten, die in Gebäuden hausen und ihn angreifen, sobald er sich ihrem Nest nähert. In dem Gebäuden gibt es noch einige Einrichtungen zur Klärung, von denen man Rohleitungen und ähnliches plündern könnte. Evtl. wären auch Pumpanlagen zu finden. Vorerst tritt Jakob aber wieder den Rückzug an, auch um den immer wieder aufgeschreckten Ratten zu entgehen.
Nach diesen wenig erfolgreichen Kundschafterausflügen erfahren die Drei doch noch etwas wertvolles. Ein heimkehrender Trupp in Neu-Schwanstein erzählt von einer Schule in der Karten der Umgebung zu finden wären. Der Trupp hat sie zurück gelassen, da er keine Verwendung für sie wusste. Doch Henning, Jakob und Felix wissen eine. Genaus solche Karten sollen ihnen bei weiteren Suchen helfen. Also brechen sie auf in Richtung des Schulgebäudes. Es liegt in den Außenbezirken von Schwanstein, in denen es üblicherweise kaum Plünderer gibt. Sie finden das Gebäude schnell und dringen vorsichtig ein. Die Vorsicht ist unbegründet, denn das Gebäude ist leer. Im Keller finden sie die Karten. Es gibt große Wandkarten des Umlandes (wie die im vorigen Artikel verlinkte Karte) und kleine Faltpläne der Stadt. Sie nehmen von beidem ein Exemplar mit und machen sich auf den Rückweg.
Hier endet die erste Runde “Nukleare Träume – Die Suche nach dem Morgen”. Im Moment laufen gerade die anderen beiden Runden und in gut einem Monat dürfte ich wieder weiter machen. Bis dahin muss ich erst einmal die gewonnen Erfahrungen aufarbeiten und die Geschichten weiter schreiben. Doch das wird Thema eines anderen Artikels werden.