Neues im Forum

Archive for September, 2009

Welche Partei passt zu welchem Rollenspiel?

Samstag, September 26th, 2009

Morgen sind Bundestagswahlen. Auch wir Rollos sollten uns also in Ruhe überlegen, welche Partei wir wählen. Welches Kreuzchen passt aber zur welchen spielerischen Vorlieben und umgekehrt? Das Herzliche Rollenspielblog hilft bei der schwierigen Entscheidungsfindung!

Welches Rollenspiel soll ich spielen, wenn ich CDU-Wähler bin?

D&D befriedigt die konservative Seele am besten (Obacht: Wir sprechen von OD&D, AD&D und 3.5). Es gibt klare Feindbilder (die Guten sind die guten und die Bösen die bösen), niemand denkt über so einen Quatsch wie den “moralischen Einsatz” von Waffen nach und wer eine Burg bauen oder ein Schwert + 5 kaufen will, muss hart dafür arbeiten. D&D steht für klare Hierachien. Es gibt niedrige, mittlere und hohe Stufenbereiche, dem dreigliedrigen Schulsystem nicht unähnlich. Wie bei diesem ist es schwierig, aus niedrigen Stufen aufzusteigen, ohne dabei auf der Strecke zu bleiben.Und spätestens ab Stufe 20 kann man guten Gewissens sagen: “Wir haben die Kraft!”

Welches Rollenspiel soll ich spielen, wenn ich FDP-Wähler bin?

Du liebst den freien Handel? Wenig Staat, geile große Schiffe? Du willst deine hart verdienten Credits notfalls auf Steuer-Oasen-Planeten unterbringen? Dann spiel’ Traveller!

Welches Rollenspiel soll ich spielen, wenn ich SPD-Wähler bin?

Das ist eine harte Nuss. Wer sich in den guten alten Tagen der Sozialdemokratie sonnen will, als es wirklich noch “Vorwärts” ging, der sollte etwas steampunkiges spielen, Iron Kingdoms z.B. Oder aber Chuthulu 1890. Damals machten Arbeitskämpfe noch Sinn und Sozialdemokraten waren noch Schaffer mit dem Hammer in der Hand und nicht verspulte Juristen und Sozialpädagogen.

Welches Rollenspiel soll ich spielen, wenn ich Grünen-Wähler bin?

Für einen Grünen-Wähler führt kein Weg an DSA vorbei. Bei DSA haben sich alle irgendwie total lieb, man spricht über seine Probleme. Aber Obacht: Hartwurst ist 90er und nicht sehr vegetarisch. Besser in Ruhe beschreiben, wie am Lagerfeuer die Soja-Pastete schmeckt. Und: DSA hat gleich zwei Göttinnen, welche die Blumen sprießen lassen und so – Peraine und Tsa lassen das Herz eines jeden Grünen höher schlagen.

Die Piratenpartei?

7th sea – erklärt sich wohl von selbst! Rechne aber nicht damit, dass die Verlage künftig noch professionelle Rollenspielprodukte herstellen können, wenn jeder selbige frei kopieren darf.

Die Linkspartei?

Du liebst den Kampf gegen den bösen Kapitalismus? Du siehst dich als eine Art modernen Robin Hood, auch wenn die anderen in Dir eher einen fiesen Killer vermuten? Du bringst Terroristen eine gewisse Sympathie entgegen, weil das System die ja auch nur dazu zwingt, so zu sein, wie sie sind? Dann ist Shadowrun dein Spiel.

Die Partei Bibeltreuer Christen?

Die Welt ist nur 7000 Jahre alt, Nietzsche hatte Unrecht – Gott ist nicht tot – und du spielst, na klar, Engel!

Das Märchen vom tollen Spielleiter und den doofen Spielern

Freitag, September 25th, 2009

Es gibt Spielleiter, die ihre Spieler gerne und oft belehren. “Das würde dein Charakter nicht tun; das ist eine dumme Idee; das geht nicht; meine Spieler sind so blöd…” etc. pp. Wer derlei Sermon von sich gibt, der hält sich, so zumindest meine Erfahrung, zumeist noch in seiner Spielleiterrolle für besonders befähigt.

Eher ist das Gegenteil der Fall: Denn Spielleitern, die ihre eigenen rollenspielerischen “Fähigkeiten” als denen der Spieler überlegen betrachen – sei es taktisch, atmosphärisch oder schlicht geistig – verstehen eine Eigenschaft des Rollenspiels nicht. Eine Eigenschaft, die zu durchdringen gerade und besonders für den SL sehr wichtig wäre.

Nämlich, dass Rollenspiel nun mal mit Kommunikation zu tun hat. Als Medien, um die entsprechenden Informationen zu übermitteln, dienen beim Rollenspiel in aller erste Linie die Sprache, plus entsprechende Hilfsmittel wie Zeichnungen, Bilder, die Battlemap, Miniaturen. Nun muss man nicht ”was mit Medien” studiert haben. Ein guter Spielleiter versteht aber intellektuell oder zumindest intuitiv, dass während jeder Form von Kommunikation Informationen verloren gehen. Spieler machen zuweilen Fehler, weil sie eine Information des Spielleiters missverstanden haben. Ein guter SL bemüht sich daher darum, möglichst klar und deutlich Situationen zu beschreiben und gibt einem Spieler bei einem Missverständnis die Möglichkeit, eine Handlung noch einmal zu überdenken, indem er sie genauer erläutert – statt “du bist so doof” über den Tisch zu plärren.

Ein guter Spielleiter wird daran arbeiten, dass er seine Spieler immer besser versteht, indem er genau zuhört, auch auf Tonfall und Stimme (Ist die Handlung ernst gemeint? Oder ein kleiner OT-Kommentar?) achtet. Und er wird daran arbeiten, dass seine Spieler ihn besser verstehen. Und bei Missverständnissen und Kommunikationsproblemen die Schuld eben nicht nur bei den anderen sucht, sondern genauso bei sich selbst.

Wer sich selbst als grundsätzlich talentierten und hervorragenden Spielleiter erachtet und dennoch das Gefühl hat, dass seine “Spieler immer nur Mist bauen” und das Bedürfnis hat, dies dauernd mitzuteilen, sollte sich ernsthaft überlegen, ob er den Sessel nicht eher jemand anderem überlässt.

Der steinige Weg der D&D-Cola für die Gemeinschaft des Sodas

Dienstag, September 22nd, 2009

Hi Leute,

für unsere Soda-Gemeinschaft gibt es einen ersten Rückschlag: Ich habe heute leider eine rabiat-kurz-ablehnende Antwortmail auf meine Bitte erhalten, ausnahmsweise eine größere Portion D&D-Colas nach Deutschland zu verschiffen.

Peter,

We currently do not send soda outside of the US and Canada.  We are
working on it,  but not there yet.  A suggestion would be to send them
to a US address, if you know someone in the States, and then forward to
your location.

Thank you,

Über den direkten Weg wird es also nichts, wäre ja auch zu einfach. Nun gäbe es diverse Möglichkeiten: Wie von dem Herrn vorgeschlagen über Verwandte (ich habe welche in den USA, allerdings sind die schon etwas betagter), vielleicht gäbe es ja auch über einen Deutschen Rolle- oder Getränkehändler die Möglichkeit, an die begehrten Flaschen zu kommen. Wobei der dann wahrscheinlich auch mitverdienen wollte, was die Kosten nur weiter steigert.

Grüßle Joni

Neues von der Soda-Front

Montag, September 21st, 2009

Hi Leute,

aus aktuellem Anlass: Ich habe soeben MyJones eine eMail geschickt und angefragt, ob es möglich wäre, ausnahmesweise eine Lieferung der coolen D&D-Limo nach Deutschland zu schicken, wenn wir genug bestellen.

Nun heißt es Daumen drücken für alle, die mitbestellen würden!

Der Joni

Als er zwölf Jahre alt war, rettete ein Ork sein Leben…

Sonntag, September 20th, 2009

Hi Leute,

hier ein Link zu einem journalistisch aufgearbeiteten Artikel über den Werdegang eines Rollenspielers.

Viel Spaß beim Schmökern,

Der Joni

Uncreative I – Die Rollos treffen sich

Freitag, September 18th, 2009

Ein Rollenspielladen, irgendwo in Deutschland:  Ein Kerl, Typ ewiger Student, steht gelangweilt hinter einem Tresen und poliert World-of-Warcraft-Actionfiguren. Er behält ein paar Kids misstrauisch im Auge, die sich um die Vitrinen mit den Yu-Gi-Oh-Karten herumtreiben. Auf einigen Tischen stapelt sich die neue Lieferung Dominion “Die Intrige”-Schachteln bis zur Decke. In Regalen verstauben englische AD&D-Abenteuer. Ein junger Mann betritt den Laden, sieht sich nervös um, huscht zur Pinnwand. Er heftet einen Zettel daran:

“Hallo Leute,

ich bin neu in der Stadt und will eine Rollenspielgruppe gründen. Ich habe früher viel gespielt und jetzt mal wieder Bock darauf. Ich spielleite auch gerne. Freue mich über jede Zuschrift. Meldet euch unter Rollenspiel-in-einer-Stadt-irgendwo-in-Deutschland@yahoo.de. Gruß Björn.”

Der junge Mann will wieder hinaushuschen. Dann erntet er einen abschätzigen Blick des Typen hinterm Tresen, bekommt ein schlechtes Gewissen, greift noch schnell ein paar Würfel, bezahlt und verschwindet dann.

Ein Samstag, zwei Wochen und 100 eMails später in Björns Wohnung. Es klingelt.

Ein Typ mit Armyhose und Miniaturerkoffer tritt ein: “Hallo, ich bin Sebastian. Ich hoffe, wir spielen streng nach Buch und regeltreu.”

Björn will gerade antworten, als es wieder klingelt. Während er erneut zur Tür geht, sieht er, wie Sebastian gravitätisch die Battlemap auf seinem Wohnzimmertisch ausbreitet.

Ein dürrer Kerl mit Nickelbrille tritt durch die Tür. “Hi Björn, ich bin Edward.”

Gemeinsam betreten sie das Wohnzimmer. Sebastian hat unterdessen mit wassergetränktem Klopapier begonnen, die Battlemap von den Magic-Marker-Spuren vergangener Schlachten zu reinigen.

Edward schreitet Björns Regal mit Rollenspielen ab *abschätzig*: “Ist ja alles ziemlich konservativ.”

Sebastian: “Was spielen wir eigentlich? Harnmaster? Shadowrun? Oder besser D&D. Aber nicht die vierte Edition, die mag ich nicht.”

Edward: *verdreht die Augen.”

Sebastian: “Magst du die vierte Edition etwa?!”?”

Es klingelt erneut. Björn öffnet.

Tina schwebt zur Tür herein: “Tsa zum Gruße. Seid ihr die edlen Recken, mit denen ich heute Seit’ an Seite fechten werde?”

Sebastian und Edward: *verdrehen die Augen*

Björn: “Ähm ja, vielleicht sollten wir uns wirklich erst einmal auf ein System einigen.”

Tina *verwirrt*: “Spielen wir etwa nicht DSA?”

Edward: “DSA ist so 90er!”

Sebastian: “Wie gesagt, ich bin für D&D.”

Edward: “D&D ist so 80er!”

Sebastian: “Ok, dann Pathfinder.”

Edward: “Spielt das heute überhaupt noch jemand?”

Sebastian: “Shadowrun?”

Björn *mischt sich ein, trocken*: “Dafür haben wir nicht genug W6 da.”

Edward *strahlt”: “Wartet mal, ich habe eine Idee – kann ich kurz deinen PC benutzen?”

*Björn nickt*

Edward verschwindet für fünf Minuten, der Drucker rattert. Dann stürmt er mit ein paar ausgedruckten Zetteln ins Zimmer und drückt jedem ein vollständiges The Pool-Regelwerk in die Hand.

Sebastian: “Wo sind denn da die Waffentabellen?”

Björn *wirft ebenfalls einen Blick auf die Regeln, dann trocken*: “Dafür haben wir ebenfalls nicht genug W6 da.”

Sebastian: “Wie wäre es mit FtA?”

Edwards *erfreut*: “Kennst du das? Das kennt doch sonst kaum jemand!”

Tina: “Also ich würde wirklich gern DSA spielen. Ich habe schon eine Elfenkriegerin erstellt, die bei den Angroschim aufgewachsen ist, weil ihre Eltern von Orks getötet wurden!”

Sebastian *interessiert*: “Die Kombo gibt sicher gut Boni, oder?”

Tina *pädagogisch*: “Darum geht es beim Rollenspiel nicht, sondern um Charakterdarstellung. Pass auf!” Sie beginnt, ein Porträt ihrer Elfe auf Sebastians Battlemap zu malen. “Es geht um Atmossphäre! Und das ist Lafendael’Oh’Casadan Tiefstollen.” Sie wendet sich an Björn: “Hast du Musik da, die Irrlichter oder was von Händel?” Björn nickt, Tina schreitet zum CD-Regal.

Sebastian *greift in ihren Pannesamt-Würfelbeutel, zieht ein paar W20 heraus und wiegt sie prüfend in der Hand*: “Scheinen nicht gezinkt zu sein.”

Edwards *putzt seine Brille*: “Vielleicht sollten wir uns erstmal auf eine kreative Agenda einigen und dann entscheiden, was wir spielen.”

Tina *hat nicht richtig zugehört*: “Kreativ sein ist gut!”

Sebastian: “Also ich bin Gamer!”

Björn: “Ich glaube aber irgendwie nicht, dass wir heute noch zum spielen kommen…”

(Fortsetzung folgt…)

Cola aus dem Dungeon

Freitag, September 18th, 2009

Endlich hat Mountain Dew eine ernstzunehmende Konkurrenz: Es gibt nun eine original Dungeons & Dragons Cola. Wie geek.com meldet, sei sie “perfekt gegen den heroischen Durst”. Und wer nun bestellt, erhält eine Drow-Assassinen-Figur gratis. Na denne: Prost!

Edit: Hier der Link zu den Herstellern. Das Zeug gibts sogar in lila und als “Illithid Brain Juice…”

Countdown to Pathfinder

Dienstag, September 15th, 2009

Morgen soll es also soweit sein: Das Pathfinder-Grundregelwerk wird auf Deutsch erscheinen. Zumindest, soweit man dem F-Shop-Newsletter glauben darf. Ich habe bereits heute beim Spiele-Broker meines Vertrauens nachgefragt, ob ich mein Exemplar vorbestellen und morgen abholen darf. Die Bücher seien unterwegs, so hieß es, auch wenn noch nicht klar sei, ob sie morgen im Regal stehen.

Es ist schon ein wenig ironisch. Derzeit können sich deutsche Rollenspieler über eine Flut an interessantem, neuem Material freuen. Ich rede nicht nur von Pathfinder. Auch die Savage Worlds Gentleman-Edition ist seit einigen Monaten auf dem Markt – und die Jungs und Mädels von Prometheus haben da einen wirklich guten Job gemacht. Und nicht zuletzt erscheint Traveller vom 13-Mann-Verlag seit einiger Zeit munter vor sich hin.

Nur das bekannteste Rollenspiel der Welt, D&D, liegt in Deutschland auf Eis. Ich glaube, es würde sich auch für keinen deutschen Verlag mehr lohnen, letzteres noch einmal herauszubringen – selbst, wenn man die scheinbar überzogenen Forderungen an Lizenzgebüren von Wizards of the Coast einmal außen vor ließe. Denn eben jene neuen System binden Spieler. Pathfinder wird, so Ulisses nicht alles falsch macht, eine Ersatzdroge für die vielen enttäuschten D&D 3.5-Spieler werden. Savage Worlds kann Vieles, was D&D 4 will, besser. Und so einiges mehr. Und außerdem hat F&S die Grundregelwerke der vierten Edition bereits veröffentlicht. Und die sind bekanntlich das, was sich noch am ordentlichsten verkauft bei einem System. Und diejenigen, die D&D 4 weiter spielen wollen, spielen halt notfalls oder gar aus Überzeugung auf Englisch.

Bleibt nur, auf D&D 5 zu warten. Vielleicht besinnen sich die Küstenmagier dann ja auf alte Stärken und verbinden sie mit den wenigen Tugenden, die D&D 4 hat. Oder sie verscherbeln das System gleich an einen kleineren, aber liebevolleren Verlag. Das wird wohl nicht zuletzt von den Verkaufszahlen abhängen.

Ich jedenfalls spiele bis dahin weiter Pathfinder, Savage Worlds und irgendwann auch mal Traveller. Demnächst sollen ja die SW-Settings Hellfrost und Sundered Skies in Deutschland erscheinen. Und für Pathfinder das erste Abenteuer, die Krone des Koboldkönigs. Sieht jedenfalls so aus, als hätte ich in nächster Zeit genug zu tun!

Die Gedanken eines Kartenmalers

Montag, September 14th, 2009

Auch wenn ich die letzten Wochen mit meiner Sommerpause verbracht habe, war ich nicht untätig. Genau genommen habe ich ein wenig Geld ausgegeben. Unter anderem für eine lebenslange (wessen Leben eigentlich?) Vollversion des “Hexographer“. Beim Bearbeiten und Erstellen meiner neuen Karten für nukleare Träume bin ich dann etwas vom eigentlichen Malen abgeschweift.

I feel like I’m playing hopscotch.

Für ein d20-System sind Kästchen eigentlich die gesetzte Kartenform, also auch für nukleare Träume. Irgendwie hat es mich dann aber, als ich meine Skizzen übertragen wollte doch zu Hexkarten gezogen. Zum Einen liegt das sicher daran, dass es zwar viele RSP-Kartenprogramme im Netz gibt, aber nur wenige für futuristische Szenarien gedacht sind oder zumindest entsprechende Karten erlauben. Auch der Hexographer ist da keine Idealbesetzung, aber die integrierten Symbole sind abstrakt genug.

Da es wenig eckige Gebirge gibt und auch New York eine der wenigen eckigen Städte sein dürfte, erscheinen mit Hexfelder auch sehr viel passender. Kästchen wirken da sehr steril. Hexfelder sind den runden Formen einer Landschaft viel näher. Bei taktischen Karten ist das anders, denn dort kommt es auf Details wie Wände und Tische an und die sind nun mal gewöhnlich rechteckig und sehr gerade. Mittlerweile, nach den ersten Spielrunden, habe ich noch einen weiteren Vorteil von Hexfeldern entdeckt: Das Reisen. Bei Kästchen haben wir meist die Regel, dass ein Feld gerade 1m/1,5m/5 Fuß kostet, das erste Feld diagonal auch, aber das zweite kostet dann doppelt. Funktioniert gut, ist aber umständlich. Bei Hexfeldern zähle ich einfach alle “durchreisten” Felder und jedes zählt einfach. Finde ich deutlich angenehmer und kann es nur empfehlen.

Nukleare Träume - Übersichtskarte

Karten leicht gemacht

Nachdem ich zuerst den Hexographer in der kostenlosen Online-Variante genutzt hatte, war ich etwas enttäuscht. Sobald ich eine Freihand-Linie gezeichnet habe, ging die Geschwindigkeit dermaßen in den Keller, dass ein normales Arbeiten kaum noch möglich war. Darum habe ich mich seit meiner ersten Kartenmalerei umgehört, ob jemand ein weiteres möglichst kostenloses Werkzeug kennt, mit dem ich Hexkarten malen kann. Da das keine verwertbaren Ergebnisse brachte, habe ich es nochmal mit besagtem Hexographer probiert. Als ich gesehen habe, dass die lebenslange Lizenz nur 25$ kostet, habe ich gleich nachgefragt, ob eine gekaufte Offlineversion das Performanceproblem lösen könnte. Die schnelle und freundliche Antwort des Machers Joe Wetzel sagte mir, dass mein Problem sehr ungewöhnlich ist und die Offlineversion normal funktionieren sollte. Also schnell PayPal an geschmissen und 25$ gezahlt. Es war noch nicht Abend und ich hatte meine Lizenz im Postfach und die Software herunter geladen (am Wochenende wohl gemerkt).

Dank größerem Speicher für die Java VM lief nun auch alles flüssig und ich konnte begeistert meine Karten malen. Insgesamt gefällt mir das Tool sehr gut, weil es gerade nicht vor Features nur so strotzt. Viele Programme haben spezielle Bilder und schöne Gegenstände, die man auf der Karte verteilen kann. Diese sind dann aber entweder für Räume oder Städtkarten, auf denen man einzelne Häuser sieht. Oder sie sind für Fantasy und für nichts anderes. Der Hexographer ist da etwas minimalistischer; Er bietet nur Symbole an. Es gibt Burgen, Ruinen, Städte, Türme, Atomsymbole (ganz wichtig!) und vieles mehr. Damit sehen Karten zwar nicht aus wie handgemalt, aber die Spieler finden alles, was sie brauchen. Und ich kann die Karten in fast jedem beliebigen Maßstab zeichnen. Nur für taktische Karten passen die Symbole nicht allzu gut, aber da ich dort keine Hexfelder möchte, ist das sowieso hinfällig.

Insgesamt ist der Hexographer eine echte Empfehlung: Einfach zu bedienen, günstig, für jedes Betriebssystem geeignet und der Mailkontakt ist freundlich und schnell. Falls Ihr ein ähnliches Problem mit der Onlineversion des Hexographers habt wie ich, hinterlasst bitte ein Kommentar, denn dieses Problem ist bis dato noch ungelöst (außer ich bin der Einzige).

Nukleare Träume - Schwanstein

Links

Hexographer: http://www.inkwellideas.com/roleplaying_tools/hexographer/

Nukleare Träume Übersichtskarte als Hexographerdatei: http://www.herzliches-rollenspiel.de/herzlich_data/traeume/Karte_Spieler.hxm

Nukleare Träume “Schwanstein” als Hexographerdatei: http://www.herzliches-rollenspiel.de/herzlich_data/traeume/Schwanstein.hxm

Gedanken zur neuen Shadowrun-Übersetzung

Dienstag, September 8th, 2009

Morgen erscheint also die Pegasus-Übersetzung der vierten Shadowrun-Edition. Ich kann nicht sagen, dass mir das vollkommen egal ist. Mit kaum einem Rollenspiel verknüpfe ich so intensive “Jugend”-Erinnerungen wie mit Shadowrun. Mit 16, 17, 18 sind wir pausenlos durch die Schatten gerannt, haben die verrücktesten Aufträge von den sadistischsten Johnsons und Schmidts angenommen und voller Freude bis zum Rand gefüllte Würfelbecher über dem Tisch ausgekippt.

Wir haben damals die zweite Edition gespielt, die Matrix und vielen anderen Schnickschnack einfach für Spieler verboten und außerdem Regeln, nunja, frei interpretiert. Als wir dann den Versuch gestartet haben, SR regeltreu zu spielen, bin ich ziemlich schnell verzweifelt. Zu überladen, zu komplex, zu viele Optionen, zu Vieles, dass man sich merken muss. Ich bin nicht ganz blöd, aber ich bin ein Mensch mit durchschnittlichem technischem Verständnis. Beim Riggerhandbuch der dritten hatte ich zeitweise das Gefühl, man müsse studierter Maschinenbauer sein, um es zu kapieren. Beim Deckerhandbuch wäre sicher ein Informatikstudium hilfreich.

Als dann die vierte Edition rauskam, habe ich mich echt gefreut, hieß es doch, das ganze Ding sei schlanker, zugänglicher. Also habe ich bei der ersten Deutschen 4er-Ausgabe zugegriffen und war einigermaßen enttäuscht. Die Regeln waren zwar etwas (!) schlichter, aber Übersetzung, Layout und Lektorat waren stellenweise dermaßen schlampig, dass es mir sofort jede Lust genommen hat. Außerdem konnte ich mit dem Techniklevel nicht mehr viel anfangen. Auch da fehlt mir mitunter die Einsicht und das Vorstellungsvermögen für die Gerätschaften, die da anno 2070 scheinbar im Einsatz sind. Vielleicht ist das alles nun besser, verständlicher. Ich werde Pegasus eine Chance geben und mir das Buch mal ganz in Ruhe ansehen. Aber aus dem Regal heraus kaufen werde ich Shadowrun nicht mehr.

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