Neues im Forum

Archive for November, 2009

Nachruf für Tem

Montag, November 30th, 2009

Eigentlich wollte ich heute über was ganz anderes, aber nach unserer Sitzung am Freitag habe ich das über Bord geworfen. Wir haben unsere monatliche Runde D&D gespielt und sind derzeit auf dem Weg durch Turmisch. Dabei trafen wir ein paar Holzfäller in einer winterlichen Gegend, die eigentlich recht warm sein sollte. Wir haben zugesagt den Holzfällern so gut wir können gegen den Magier zu helfen, der für das ungewöhnliche Wetter verantwortlich ist. Da sich dieser nicht zu einem Gespräch herabgelassen hat, kam es zum Kampf. Die Hinweise auf eine zu große Stärke des Magiers, die unser Magier aus den starken Zaubern abgeleitet hat, haben wir vorerst ignoriert. Sein Haustier, einen Gargoyle, haben wir noch gut bekämpft und Tem hat mit seinem genialen kritischen Treffer seinen Beitrag geleistet (63 Punkte Schaden :) ). Doch der dann beschworene Kettenteufel und der Kugelblitz des Magiers selbst, als Tem die Tür zu seinem Turm einschlug, haben die Sache zu seinen Gunsten gewendet. Tem und auch Farlon gingen wie vom Blitz getroffen zu Boden.

Ich habe Tem leider nicht lange spielen können, aber es war einer der schönsten Charaktere, die ich hatte. Leider hat er es nicht weit gebracht. Angefangen hat er als Barbar aus einem kleinen Dorf in Cormyr mit unbekanntem Vater. Er wurde dort von einer Abenteurergruppe gefunden und hat sie auf einem Auftrag begleitet. Der Tempuskleriker der Gruppe hat ihm dann die Möglichkeit eröffnet, eine Ausbildung in einem Tempustempel zu bekommen. Die bestand er mit Bravour. Daraufhin wurde er in den Dienst des Tempels übernommen und in die Talländer geschickt. Nachdem er dort in einem Dorf gegen eine Banditenbande aushalf, zog er als Karawanenwächter wieder zurück zu seinem Tempel.  Doch unterwegs wurden sie überfallen und Tem wurde niedergeschlagen. Dabei verlor er sein Gedächtnis und irrte in der Folge wohl einige Tage durch die Wälder, bis er schließlich einem Magier namens Coalos über den Weg lief. Der lies sich zum Glück von Tems zerlumpten und verhungertem Äußeren nicht abschrecken und nahm seine Begleitung an. Als sie in das nächste Dorf namens Falkengrund kamen trafen sie noch einen Krieger namens Kaleb, einen Kelemvorkleriker namens Teyron und einen etwas zwielichtigen Gesellen (dessen Namen ich leider vergessen habe).

Zusammen haben sie einem Händler gegen Banditen geholfen, eine entführte Hänlerstochter aus Turmisch aus den Händen desselben Händlers befreit und sind quer durch die Talländer gezogen. Auf dem Weg nach Turmisch um die Händlerstochter zurück nach Hause zu bringen erlebten sie die eine oder andere Geschichte, bis sie schließlich in Turmisch ankamen und unversehens in die verschneite Wetterlage gerieten.

Tem, Halbriese und Tempuskrieger, verhinderter Geweihter des Tempus und tapferer Schwinger einer monströsen Zweihandaxt ist letzten Freitag vom Blitz eines verrückten Magiers beim Stürmen des Magierturms erschlagen worden. Ich durfte ihn nur von Stufe 3 bis 5 spielen und hatte noch große Pläne, aber leider konnte ich diese nicht umsetzten. Mit ihm starb auch Falorn, ein elfischer Krieger. Gestorben sind sie beim Kampf für die gerechte Sache auf Grund von ein bisschen Pech aber vor allem Unachtsamkeit (wie so viele Charaktere).

Und sich neben der Spielrunde einen neuen Charakter ausdenken, ist auch wirklich nicht einfach. Es wurde Osborn Schwarzmüller, Halbling, angeblich Barde, aber in Wirklichkeit eher Hexer mit bardischer Grundausbildung.

Gemeinheiten des SL und was die Goblins daraus machen

Donnerstag, November 26th, 2009

Jeder von uns ist sicher schon einmal das Opfer eines SL geworden, der einen versucht über’s Ohr zu hauen. Irgendwelche fiesen, kleinen Gemeinheiten, wie “Du hast vergessen die Hose anzuziehen” oder “Sag mir doch mal, wie DU (als Programmierer) diese Falle nun entschärfen würdest”. Auch der “Golbins” Webcomic greift genau so etwas auf und zeigt wie man mit so etwas richtig umgeht in diesem und den folgenden Strips:

Goblins – Life through Their Eyes – Monday, November 9, 2009.

Viel Spaß! Ich habe mich kaputt gelacht :)

Nicht vergessen möchte ich natürlich KanuskeX, dessen Hinweis mich überhaupt erst auf den Comic brachte.

Idee: Die schlechteste Fantasy-Story der Welt

Donnerstag, November 26th, 2009

Guten Morgen Kameraden,

da unser anderer Thread zum Thema Fantasy-Romane und Klischees offensichtlich einen Nerv getroffen hat, wie Klickzahlen und Kommentare beweisen, ist mir eine Idee gekommen. Was haltet Ihr davon, wenn wir einen Fantasy-Kurzgeschichten-Wettbewerb ins Leben rufen. Die Vorgabe: die klischeebeladenste, schlechteste, doofste und langweiligste Fantasy-Kurzgeschichte aller Zeiten zu schreiben.

Wer Bock darauf hätte, möge sich per Kommentar oder Mail melden. Wenn genug potentielle Teilnehmer zusammen kommen, werde ich entsprechende organisatorische Schritte einleiten. Ein paar Preise finden sich sicher auch, außerdem eine Jury, vielleicht haben ja auch noch ein, zwei andere Blogs Lust, organisatorisch und publicitymäßig mit einzusteigen.

Der kulturelle Mehrwert wird vermutlich gering sein – aber es könnte eine ganze Menge Spaß machen :-) . Grüßles der Joni

Gedanken zum Dienstag: Fantasy-Klischees

Dienstag, November 24th, 2009

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie ausgeprägt bei vielen Menschen der Wunsch ist, ein eigenes Buch zu verfassen oder doch zumindest die ein oder andere Geschichte zu Papier zu bringen. Besonders in der Rollenspiel- und Fantasyszene fällt mir das oft auf. Vielleicht liegt es einfach daran, dass das mein Umfeld ist, in dem ich derlei eben häufiger mitbekomme. Vielleicht ist es aber auch wirklich so, dass Rollenspieler überproportional stark das Bedürfnis haben, sich mitzuteilen, kreativ zu sein, sich zu verwirklichen – und in letzter Instanz endet das häufig eben im Versuch, einen Fantasy- oder SciFi-Roman zu schreiben.

Und: Ich finde das grundsätzlich gut. Vieles, was geschrieben wird, macht die Welt ein bisschen bunter. Und wenn es mir nicht gefällt, muss ich es ja nicht lesen. Wenn es ein paar Menschen glücklich macht und interessiert, ist ja schon so Einiges gewonnen!

Was mir aber immer wieder bei ambitionierten (Hobby)-autoren auffällt, ist die totale Überzeugung vom eigenen Werk, gepaart mit der Ignoranz gegenüber jeglicher Kritik. Jeder glaubt, er sei der neue Tolkien! Oft findet man dann aber in den eigentlichen Texten eine schrecklichen Aneinanderreihung von Klischees, von abgenutzten Metaphern, viel zu vielen Adjektiven, hässlichen Pleonasmen und Doppelungen (der berühmte “weiße Schimmel”), lahmen Wendungen – und allzuoft wird das dann noch als guter Stil interpretiert. Da habe ich doch eben mal wieder ein bisschen im Internet gestöbert, bin über einen Text gestolpert (Falle, Falle! Über den “Text gestolpert”! Derlei meine ich!), den wohl ein engagierter Nachwuchsautor geschrieben hat.

Was lese ich da?

Das Lagerfeuer züngelt spärlich und wirft – selbstverständlich – unruhige, düstere Schatten!

Weil das Lagerfeuer nur so spärlich züngelt, ist die Kälte schneidend!

Daher pressen sich die erbärmlichen Gestalten eng aneinander. Ob die dabei auch züngeln, erfahren wir aber glücklicherweise nicht.

Dafür das Folgende: Die Flammen verlieren ihre lebensspendende Wärme.

Das bisschen Schein, das bleibt, ist natürlich tröstlich. Und schon wieder das Feuer, ein anderes diesmal: ein loderndes Feuer. So geht es weiter: Das Fell ist dick und zottelig, das Schicksal grausam, dann schon wieder die Feuer, diesmal kauert man an ihnen, der Wind ist eisig, die Hoffnung erlischt, die Siedlung bewohnt (gibt es auch unbewohnte?), man schweigt zähneknirschend, das Flämmchen schon wieder spärlich, und dann gibt es da noch den Schutz der Dunkelheit – ließe man sie doch einmal wenigstens aktiv schützen und erspare sich den Genitiv.

Dann: das Heulen des Windes, für den das gleiche gilt, wie für den armen Schutz der Dunkelheit. Wie wäre es einmal mit dem Schutz des Windes und dem Heulen der Dunkelheit? Wäre zumindest etwas origineller.

Er kämpft sich nach Osten, verwischte die Spuren, der Schnee ist tief, der Sturm daher noch ein weiteres mal eisig, dann tost er, der Sturm; die Umstände sollten normal sein, aber sie sind es selbstverständlich nicht, der Wind ist schon wieder eiskalt, der Hund ist treu, das Pferd so treu wie ein Hund und klug noch dazu, dann wieder der eiskalte Wind, diesmal schneidet er wie Messer, die Glieder ermatten, die Wärme ist wohlig, der Schlaf, der sich über die armen klischeegeplagten Protagonisten senkt, ist der Schlaf des Todes.

So und das waren nun nur jene Bilder und Klischees, die ich in kürzester Zeit mit Augen scharf wie ein Messer aus dem Text geschnitten habe, während es draußen eiskalt ist und mich hier glücklicherweise die wohlige Wärme meines Lagerfeuers, ähm der Heizung, umhüllt.

Mein erster Tipp: Einfach ein bisschen bloggen, ein paar Leuten wird’s schon gefallen, reicht doch. Oder an der eigenen Schreibe arbeiten: Jedes Adjektiv einfach mal rausstreichen und danach den Text erneut lesen, das wäre ein Anfang. Herzallerliebster Weise sind laut jenem Autor aber natürlich die bösen Lektoren in den bösen Verlagen daran schuld, dass sein Werk nicht verlegt wird. Ich behaupte da aber anderes: Die wollen sogar frische und gute Autoren! Jaha! Und wenn sie mal eine Perle übersehen, dann nur, weil sie sich täglich mit tonnenweise Textmüll herumplagen müssen und da schon mal etwas unter die Räder kommt. Qualität wird sich indes dennoch durchsetzen.

Mein zweiter Tipp: Den Versuch starten, bei der DSA-Redaktion zu punkten. Die weiß diesen Schreibstil nämlich meiner Erfahrung nach zu würdigen! ;-)

Grüßle, der Joni

Nukleare Träume-Bericht VI: Die Ludolfs

Dienstag, November 24th, 2009

Nachdem ein kompletter Plündererclan Bunker 27 belagert, sind unsere drei Helden in das von diesem Clan in den Ruinen von Schwanstein verlassene Gebiet aufgebrochen um nach den Überresten von Autos zu schauen. Der fliegende Jakob kann schnell ein paar vielversprechend aussehende Wracks finden und hilft Felix über ein Seil auf die jeweiligen Reste der Autobahn.  Felix findet mit sachkundigem Blick bald alles, was sie suchen. Da die Teile auf verschiedenen Autobahnteilen liegen, ist ein wenig Transportarbeit nötig. Zunächst baut Felix die benötigten Teile aus, dann wird geschleppt. Schließlich sind alle benötigten Teile zusammen und Henning beginnt die Elektronik zu analysieren. Er erstellt einen Bauplan und die Drei schrauben bis zum Abend. Jakob bleibt die folgende Nacht als Wache an er Bastelstelle zurück, Henning und Felix kehren schwer beladen mit den Akkus nach Neu-Schwanstein zurück.

Am nächsten morgen bitten Felix und Henning den Leiter der Werkstatt Denger Widmann um Mithilfe beim Schrauben. Er und einer seiner Gehilfen kommen mit. Die gesamte Gruppe schraubt fortan an ihrem luftigen Platz an dem Pick-Up. Sie werden aber von einem Trupp Plünderer unterbrochen, der am Boden das Gebiet durchzieht. Die zwei Plünderer bemerken sie jedoch nicht und ziehen vorbei. Doch Jakob ist misstrauisch und fürchtet, dass es eine Vorhut eines Nachbarclans ist und das noch mehr kommen, wenn man sie nicht vertreibt. Also fliegt er hinterher und beschießt sie. Er landet einen schweren Bauchtreffer bei einem der Plünderer und schreit ihnen hinterher, sie sollen verschwinden. So eingeschüchtert fliehen die beiden, wobei der schwer verwundete Plünderer von seinem Kumpanen gestützt werden muss. Weitere Trupps der Plünderer zeigen sich vorerst nicht. Doch die ungesunde verstrahlte Ernährung zeigt Folgen und alle 3 Helden leiden am nächsten Tag und Müdigkeit und Schwäche.

Die Strahlenkrankheit entsteht regelmäßig wenn man sich z.B. zu lange von verstrahlter Nahrung ernährt und gab in diesem Fall 2 Punkte Abzug auf die Konstitution. Das Autobauen habe ich ähnlich einer Skill Challenge abgehandelt. Es gab ein paar Skills, die man benutzen durfte und eine bestimmte Schwierigkeit schaffen musste (ich glaube, es war 20). Nach 8 Erfolgen war das Auto fertig. Das Sammeln der Teile und das erstellen des Bauplans waren eigene Proben.

Am dritten Tag des Autobaus gelingt es der Gruppe das Auto soweit fertig zu stellen. Jetzt stellt Henning einen Plan auf, wie die Anti-Grav-Einheiten des Autos überladen werden können um den Sturz vom lustigen Parkplatz des Autos auf die Erde abzufangen. Der Plan und die Umsetzung gelingen so gut, dass die Überladung jederzeit über einen Schalter wieder ausgelöst werden kann. Sie hält bestenfalls für über 20 Sekunden und ermöglicht es hohe Stürze besser abzufangen oder die Geschwindigkeit zu verdoppeln. Der einzige Nachteil ist ein erhöhter Stromverbrauch für die Dauer der Überladung. Jakob bewacht in der folgenden Nacht wieder das Auto, während die anderen nach Neu-Schwanstein zurück kehren und am nächsten Morgen mit den aufgeladenen Batterien wiederkommen sollen.

Die Idee, wie das Auto von seinem luftigen Parkplatz geholt wird, ist übrigens eine Idee allein von Spielerseite. Ich hatte vorher überhaupt keine Idee, wie sie ein ganzes Auto von dort oben hätten herunter kriegen sollen. Dank sehr guter Proben können sie nun die Anti-Grav-Einheiten für 1w4 Runden überladen, wenn sie den Knopf drücken. Das geht aber nur bei ziemlich vollen Batterien.

Dann ist es soweit. Mit voll geladenen Batterien setzt sich Jakob ans Steuer, nachdem alle wieder die
Plattform verlassen haben. Er betätigt den Überladungsschalter und “springt” auf ein Hausdach, das ungefähr auf halber Fallstrecke liegt. Mit einem geschickten Fahrmannöver kommt er dort unbeschädigt an. Mit noch anhaltender Überladung wagt er den zweiten Sprung auf die Straße. Diesmal ist er weniger geschickt und holt sich eine leichte Prellung und beschädigt das Auto ein wenig. Doch es ist kein nennenswerter Schaden angerichtet und die Gruppe unternimmt einen fröhlichen Ausflug durch das Stadtviertel. Die dort verstreuten Bewohner von Neu-Schwanstein auf der Suche nach Plündergut staunen nicht schlecht, als sie das Gefährt heran rauschen sehen. Felix, Jakob und Henning haben sichtlich Spaß an ihrem Erfolg und laden eine Gruppe Bewohner auf die Ladefläche um nach Neu-Schwanstein zurück zu kehren. Auch dort verursachen sie großes Staunen und Hallo, als sie ankommen. Spätestens jetzt kann keiner mehr die Fähigkeiten der drei Bunkerspäher bestreiten.

Auch die Bewohner haben gute Neuigkeiten. Bei ihrer Suche nach Plündergut haben sie einen alten, verlassenen, aber noch verschlossenen Militärbunker gefunden. Dort könnte sich wertvolle Beute befinden, doch bislang haben die Bewohner es nicht geschafft ihn zu öffnen. Die Charaktere nehmen sich vor, dort mal vorbei zu schauen und zudem noch zu versuchen Wrackteile eines alten Lkw zu bergen, um noch ein weiteres Fahrzeug zu bauen, dass besser für den Transport von Plündergut und anderen Materialien geeignet ist.

Damit sind wir wieder auf dem aktuellen Stand. Noch steht ca. eine Sitzung aus, bevor diese Runde wieder endet. Bisher waren es drei. Dass das Auto endlich Realität wurde hat mich sehr gefreut und wird der Reputation der Charaktere einen ordentlichen Schub geben.

Gedanken zum Samstag: Die Lust des Spielleiters am fairen Gegner

Samstag, November 21st, 2009

Unsere D&D-Runde vergangenen Sonntag begann mit einer Schlacht hoch in den Wolken. Die Charaktere, allesamt Stufe 9, reisen derzeit mit ihrem elfischen Luftschiff durch Faerun und bekämpfen das böse alte Volk der Nesseril. Am Himmel über dem Hochwald kam es zum Kampf gegen ein Nesser-Luftschiff. Mit Pfeilen und Feuerbällen errangen die Spieler die Oberhand, das feindliche Schiff drehte ab und floh. Der mächtigste Nesseril aber teleportiere sich auf das Schiff der Charaktere – mittels eines Gangs durch die Schatten.

Er versteckte sich dann eine ganze Weile auf dem Schiff, um schließlich, während einer anderen Schlacht, unserem Magier aufzulauern. Schlussendlich wurde er zwar von den Charakteren gefangen genommen – bis dahin hatte ich als Spielleiter aber jede Menge Spaß mit diesem NSC. Der kann nämlich eine ganze Menge, hat volksbedingte Schattenfähigkeiten und Magie drauf, kann sich verstecken und auch ein bisschen Nahkampf. Die Freude für mich als Spielleiter war während der Sitzung enorm: Ich hatte viele taktische Möglichkeiten, überlegte, was der Typ als nächstes tut und wie er den Spielern am besten schaden könnte. Ich nutzte das Korsett seiner Fähigkeiten, tat immer nur das, was der demnach und nach den Regeln auch wirklich tun konnte und ließ für alles die Würfel sprechen. Auf der anderen Seite spielte ich ihn so hart, wie es möglich war, zermarterte mir das Hirn darüber, wie er am besten Opposition gegen die Spieler sein könnte. Merke: Ergebnissoffenheit kann auch ein ganz großer Lustgewinn für den Spielleiter sein – ein Lustgewinn, den ich mir selbst zunichte gemacht hätte, wenn ich willkürlich entschieden hätte, was dieser Typ tut (“der teleportiert sich einfach weg” oder was andres blödes).

Nukleare Träume-Bericht V: Belagert!

Montag, November 16th, 2009

Nachdem unsere Helden zurück in Neu-Schwanstein sind, muss besonders Jakob erst einmal (mal wieder) unter das kundige Skalpell des örtlichen Arztes. Dieser kann ihn soweit behandeln, wie es nötig ist. Im Krankenzimmer findet er sich dann neben einem ebenfalls kürzlich operierten Händler wieder. Dazu passend weiss Henning Neues zu berichten: Der Händler heißt Kurt Siemens und war auf dem Weg von der Bergfestung nach Neu-Schwanstein auf der üblichen Handelsroute. In der Nähe der Dorfruinen, bei denen die Charaktere am ihrem ersten Tag außerhalb des Bunkers Quirinius Bauer trafen, wurde sein Treck von einer Gruppe Plünderer überfallen. Die Wachen wurden alle getötet, nur der Händler selbst konnte mit nichts als seinem Leben verwundet fliehen. Das ungewöhnliche daran war, dass sich die Plünderer sowieso selten so weit von Schwanstein entfernen und schon gar nicht in so großen Gruppen. Eine bedenkliche Entwicklung.

Gefahr für den Bunker

Besorgt um Plünderer so nah bei Bunker 27 und außerdem mit dem Gedanken, den Bunker über die Fortschritte bei Nahrungssuche zu unterrichten, beschließt die Gruppe dem Bunker einen Besuch abzustatten und einen Bericht abzugeben. Leider fällt bei der Diskussion die Aussage, dass die Drei aus einem Bunker stammen und der Händler im Krankenbett hinter einem Sichtschutz kann jedes Wort mithören. Das bleibt aber vorerst ohne direkte Folgen. Man beschließt, dass Jakob zum Bunker fliegt und per Funk eine Meldung abgibt. Das tut dieser dann auch am nächsten Tag, als das Krankenbett verlassen darf. Doch schon auf dem Weg zum Bunker erlebt er eine böse Überraschung. In den Dorfruinen hat sich ein kleiner Trupp Plünderer eingerichtet, 7 Mann stark. An der Straße hoch zum Bunker findet er weitere 4, die die Straße im Auge haben. Oben am Bunker bestätigen sich dann alle Befürchtungen. Eine Gruppe von 24 Plünderern bezieht dort gerade gemütlich ein Lager oder was man unter Plünderern so ein Lager nennt. Es ist eher eine wilde Ansammlung von Lagerstätten und freiem Himmel. Jakob schaut sich das vorsichtig an und fliegt dann eilig nach Neu-Schwanstein zurück.

In der Zwischenzeit sind die anderen nicht untätig. Henning kann Hanco Braun, den Sohn des Inhabers des Handlungsreisenden als Laborassistenten gewinnen. Das sollte es leichter machen die Algen während einer Abwesenheit zu betreuen. Wigand, sein Vater ist nicht allzu begeistert, denn Hanco soll seine Nachfolge antreten. Aber er willigt ein, das Hanco einige Stunden jeden Tag im Labor helfen kann. Felix arbeitet währenddessen in der Werkstatt weiter an seiner Idee eines Scharfschützengewehrs. Er hat dazu ein Fernglas auseinander gebaut und versucht es mit Hilfe der örtlichen Mechaniker auf sein Gewehr zu schrauben. Dank ein paar cleverer Ideen macht er auch gute Fortschritte. Als Jakob jedoch mit den schlechten Nachrichten zurück kehrt, werden diese Arbeiten zunächst unterbrochen. Man beschließt zusammen zum Bunker zurück zu kehren und sich nachts in den Tunnel zum Eingang zu schleichen und dann eine Warnung per Funk abzugeben.

Abends am Bunker angekommen, beziehen die drei Helden zunächst einen Beobachtungsposten. Sie hören laute klingende Geräusche aus dem Tunnel, der zum Bunkereingang führt. Die Plünderer versuchen sich anscheinend Zutritt zu verschaffen. Doch als es dunkel wird, wird eine Pause eingelegt und nur zwei Mann halten in er Nähe des Tunneleingangs Wache. Jakob nutzt die Gelegenheit, um sich über den Tunneleingang zu schleichen und nach einem Steinwurf zur Ablenkung durch Felix und Henning kann er in den Tunnel gelangen. Auf dem Weg zum Bunkertor sieht er die Grabwerkzeuge der Plünderer: Sie nutzen Spitzhaken Hämmer und ähnlich einfaches Gerät, das gegen eine Bunkertür nicht allzu viel ausrichten sollte. Per Funk gelingt es ihm dann einen Offizier der Wachen zu sprechen, der seinen Bericht aufnimmt, ihn missgelaunt anweist weiter nach Nahrung zu suchen und die Plünderer zu vertreiben, egal wie. Bei Jakob macht sich jedoch die Befürchtung breit, dass sein Bericht beim Gremium nicht besonders positiv aufgenommen wird. Schließlich macht Jakob sich auf Rückweg. Knapp der Entdeckung entgehend, kommt er bei den beiden anderen an und berichtet. Die Drei schleichen durch die Dunkelheit zurück nach Neu-Schwanstein.

Klapp mich aus, um den versteckten Text zu sehen"Der Statusbericht im Wortlaut"

Die Vision einer besseren Welt

Unterwegs wird angeregt über die Zukunft diskutiert. Es geht hin und her, Ideen werden geboren und verworfen. Die langfristige Vision von Felix setzt sich aber dann doch durch: Er möchte mit der Nahrungsproduktion viel verändern. Ein Kampf mit der großen Menge Plünderer wird schwierig. Daher möchte er die Plünderer mit dem Anbau der Nahrung auf die “gute” Seite ziehen. Er möchte soviel Nahrung anbauen, dass nicht nur die Bewohner des Bunkers genug haben, sondern auch die Plünderer versorgt werden können und langfristig Frieden eintritt. Um dieser Vision zu folgen beschließen die Helden Drei-Punkte-Plan. Zunächst wollen sie ein Auto oder einen Lkw (oder beides in der Reihenfolge) aus den Resten der Fahrzeuge in der Stadt bzw. auf der Autobahn bauen, dann sollen damit Pumpen und Rohe aus dem alten Wasserkraftwerk geholt werden. Damit und mit der Alge wird dann die Wasserversorgung auf Vordermann gebracht um die Basis für den Ackerbau zu legen. Als letzter Schritt sollen dann alle Bewohner und Plünderer der Gegend damit zu einem friedlichen Miteinander gewonnen werden.

Zurück in Neu-Schwanstein entschließen sich die Charaktere dazu ihr Geheimnis dem Bürgermeister zu offenbaren. Sie erzählen von ihrem Bunker und ihren Plänen. Zusammen mit dem überfallenen Händer Kurt Siemsens wird darüber diskutiert und der Bürgermeister Philip Mohn schickt Kundschafter los, um zu prüfen ob die Plünderer vielleicht ihr altes Clangebiet komplett geräumt haben. Zudem werden Beobachter an die Straße zum Bunker geschickt, um zu schauen, ob die Plünderer schweres Gerät oder Sprengstoff bringen, mit dem sie das Bunkertor durchbrechen könnten. Vor den Bewohnern von Neu-Schwanstein wird die Information, dass es einen Bunker gibt, aber noch nicht offiziell verkündet, um zu verhindern, dass andere Orte davon erfahren. Das könnte zu diesem Zeitpunkt den Bunker unter Umständen gefährden. Allerdings erklärt sich Philip auch nicht bereit die Bewohner auf Nachfragen anzulügen.

“Die Neue”

Nach all den Planungen erfahren die Helden noch von den Kundschaftern, dass ein Gebiet im Nordwesten der Stadt verlassen scheint. Am nächsten Tag wollen sich alle dort genauer umschauen. Doch der Morgen birgt eine Überraschung. Bevor die Helden aufbrechen, melden die Torwachen, dass sich eine Frau mit Kind der Siedlung nähert. Sie scheint sehr schwach auf den Beinen zu sein und sieht zerlumpt und verdreckt aus. Philip spricht von der Mauer mit ihr und sie gibt sich als Plünderin aus, die von ihrem Clan beim Fortzug vergessen wurde. Man beschließt sie vorerst in den Aussenbereich der Siedlung aufzunehmen. Sie wird mit Essen und Trinken versorgt, was auch bitter nötig ist, denn sie und ihr Kind sind kurz vor dem Verhungern. Die Befragung ergibt, dass man sie offensichtlich schlicht und einfach übersehen hatte, als der Clan fortging. Ihr “Mann” schien wohl auch nicht allzu sehr an ihr und seinem Sohn zu hängen. Sie erzählt ein paar Details über den Clan, wer der Anführer ist und dass das Recht des Stärken gilt aber insgesamt wenig wirklich überraschendes. Sie kann aber immerhin das Gebiet benennen, in dem der Clan lebte und dass es jetzt verlassen sein sollte.

So brechen unsere Helden schließlich auf in die Stadtruinen um zu schauen, woraus man ein Auto bauen könnte und was die Plünderer zurück ließen…

Die “Vision” und die Diskussion dazu war die Runde, über die ich mich vor kurzem so gefreut habe :) Ich bin gespannt, ob das klappt. Eine echte Lösung für die Belagerung wurde bisher noch nicht gefunden, mal schauen, was daraus wird. Auch hier ist der Ausgang derzeit noch völlig offen. Aber es laufen einige Dinge an und die Zukunft wird interessant werden :)

Die D&D-Guerilla im Einsatz

Sonntag, November 8th, 2009

Aufgrund unseres jüngst geführten Interviews handeln uns nun ein, zwei Webseiten ohne unseren Willen und ohne Zutun als Harcore-Fans, welche die schwarzbeaugte Flagge stolz in die Höhe recken.

Aufgrund dieser Fehleinschätzung habe ich mich aber an eine kleine Anekdote erinnert, die ich euch nicht vorenthalten will. Ich saß nämlich mal für wenige Minuten auf dem offiziellen DSA-Drachenthron – einer Art “Wer-wird-Millionär-Stuhl” für DSA-Fans – und wurde von den DSA-Redakteuren Florion Don-Schauen und Thomas Römer darauf geprüft, ob ich mich des Spiels als würdig erweisen würde. Ich war es nicht. Aber der Reihe nach.

Die Redakteure tingelten anno 2004 mit jeder Menge Fragen samt Preisen durch die deutsche Szene und veranstalteten Das-Schwarze-Auge-Quiz-Shows. Wir nahmen an der Fragerunde auf der Bonner Feencon teil. Und irgendwie habe ich es geschafft, die Vorrunde zu überstehen, weil ich als einziger Teilnehmer die korrekte Antwort auf die Frage kannte: “Wieviele unterschiedliche Waffen samt Werten gab es im ersten DSA-Basisset.” Weiß ich heute noch, sind genau 14.

Ich winkte und jubilierte in Richtung der DSA-Fanboys, die ich sauber geschlagen hatte – obwohl mein letztes AttackeParadeAttackeParadeAttackeParade-Training schon Jahre zurück lag. Auf dem Drachenthron bombardierten mich Don-Schauen und Römer dann mit weiteren Fragen, deren Antworten größtenteils ein mehrjähriges Studium des aventurischen Boten vorausgesetzt hätten. Dass in der Wüste Khom die Novadis leben wusste ich noch, bei “wer ist Galotta” wurde es dann schon schwierig, meine Joker (“Befrage das Publikum u.ä.) waren schnell verbraucht. Einwände meinerseits, dass mir bei “echt mächtigen bösen Magiern” zuerst einmal Vecna einfällt, ignorierten die Redaktionshäuptlinge tapfer. So musste ich den Drachenthron schnell wieder verlassen – nicht ohne aber vorher ein “Ich finde D&D eh viel besser” durch den vollbesetzten Saal zu plärren.

Spiegel Online-Serie: 25 Jahre "Das Schwarze Auge"

Freitag, November 6th, 2009

Kaum, dass Thomas Hillenbrand in Jonis Interview auf die Frage “Könnt Ihr uns schon verraten, welche Artikel Ihr als nächstes plant?” mit “Ich denke, dass DSA ein ganz heißer Kandidat ist” geantwortet hat, ist es auch schon geschehen. Der nächste Artikel der Spiegel Online-Serie über Rollenspiel ist veröffentlicht:

25 Jahre “Das Schwarze Auge”

Viel Spaß beim Lesen :)

Spiegel-Redakteure, die mit AD&D und DSA groß geworden sind

Donnerstag, November 5th, 2009

Das Verhältnis von Rollenspielern zu den Medien ist nicht immer das einfachste. Die Zeit boulevardesker Hetzjagden ist zwar glücklicherweise vorbei. Doch klagen Spieler noch immer: über mangelnde Sachkenntnis der Reporter, über die Darstellung als weltfremde Freaks oder schlichte Missachtung. Um mal eine Lanze (+ 2) zu brechen für die Journaille: Meiner Beobachtung nach gibt es immerhin ab und zu – vor allem im Lokaljournalismus – kleine und nette Berichte über Cons oder Spielgruppen. Und, als kleiner Apell: Vergesst nicht, dass die Journalisten gewöhnlich keinen Bezug zu Eurem Hobby haben und unter Zeitdruck stehen. Wenn also das nächste mal ein Pressemensch auftaucht, gebt Euch Mühe, klar und freundlich, verständlich und ohne ausufernde Fachkenntnis das Hobby zu erklären. Statt später verwundert zu schimpfen, warum der Schreiberling nicht verstanden hat, dass ein TAC0 nicht zwingend mexikanisches Finger-Food ist, R.A. Salvatore kein italienischer Pizzabäcker und Ihr in der “Ravenloft” höchstens in Eurer Fantasie nächtigt, in Wirklichkeit aber das Bett der Jugendherberge vorzieht.

Aber halt: Zwei Journalisten gibt es, bei denen Ihr derlei Wissen dann doch voraussetzen könnt. Die Rede ist von Konrad Lischka und Thomas Hillenbrand von Spiegel-Online. Sie haben in den vergangenen Monaten eine Serie zum Thema Rollenspiel und Fantasyliteratur veröffentlicht, die bislang in Deutschland ihres gleichen sucht. Anschaulich geschrieben, klasse recherchiert und mit ganz viel Sachkenntnis haben Lischka und Hillenbrand Nachrufe auf Gary Gygax und Dave Arneson verfasst, die Geschichte Richard Gariotts unter die Lupe genommen, Fritz Leibers Liebe zu Schnaps und Schwertern dargelegt und das Phänomen “Dungeon” untersucht. Und das Beste: Sie wollen noch weitere Artikel schreiben.

Trotz ihres vermutlich knappen Zeitfensters haben sich Konrad Lischka und Thomas Hillenbrand nun die Zeit genommen, dem Herzlichen Rollenspielblog ein paar Fragen über die Serie zu beantworten. Viel Spaß beim Schmökern und Bühne frei!

Spielt Ihr eigentlich selbst? Und wenn ja, welche Spiele und wie seid
Ihr dazu gekommen?

Thomas: Im Prinzip ja, aber leider fehlt die Zeit. Gestartet bin ich mit
DSA, etwa 1985. Aktuell spielen wir AD&D 1st Edition, “Against the
Giants” – der Nostalgie wegen.
Konrad: Ich habe 1994 oder ’95 mit AD&D, 2nd Edition, angefangen, dann
kurz Spellfire und dieses spezielle Saga-System für Dragonlance 5th
Age gespielt, später Vampire The Masquerade. Im Moment spiele ich aber nur noch Brettspiele. Gerade habe ich von der Essener Spielemesse Callisto, Revolution und Dominion mitgebracht.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, die Artikelserie zu schreiben?

Konrad: Nachdem ich Nachrufe auf Gary Gygax und Dave Arneson
geschrieben habe, merkte ich, wie gern ich mit ihnen gesprochen hätte -
weil so viel ihrer Spielmechanik in den MMORPGs steckt.

In den Artikeln steckt viel Hintergrundwissen – wie schwierig und
zeitaufwendig war es, die Fakten und Hintergründe zu recherchieren?
Auf welche Quellen hattet Ihr Zugriff?

Thomas: Es ist ziemlich zeitaufwändig. Im Web gibt es zwar etliche
gute Seiten zu dem Thema, aber viele der dort präsentierten Infos sind
nicht mit Quellen hinterlegt – die Fakten lassen sich oft nicht
nachprüfen. Wir versuchen deshalb, mit so vielen Szeneveteranen wie
möglich zu sprechen, um ein umfassendes Bild zu bekommen. Beispielsweise im Gespräch mit Werner Fuchs (DSA) oder Ken St. Andre (T&T).
Konrad: Es gibt zum Glück auch viel altes Material bei Ebay, das ist ein
kleine Hilfe. Bei Fritz Leiber hatte ich auch den Vorteil, sehr hilfsbereite
Bibliothekare zu finden, die seinen Nachlass betreuen. Zum Glück waren und
sind viele Rollenspiel auch Sammler.

Gab es besondere Resonanzen auf die Artikelserie?

Konrad: Ein paar Kollegen aus der Redaktion haben mir erzählt, was sie
früher gespielt haben – Spielebücher, DSA, einer heute noch Tabletops.
Da war ich überrascht.

Welchen Einfluss haben Fantasy und Rollenspiele Eurer Meinung nach auf
die heutige Popkultur?

Thomas: Meine Meinung ist, dass der Einfluss unterschätzt wird. Man
spricht heute oft davon, dass die Nerds aus den Achtzigern mittlerweile im
Silicon Valley oder in Hollywood den Ton angeben – und viele von denen
waren früher Rollenspieler. Vor allem bei Computerspielen dürfte der
Einfluss ganz enorm sein. Man denke nur an Call-of-Cthulhu-Designer
Sandy Petersen, der hat später Doom gemacht.

Manch einer stimmt schon den Abgesang auf das klassische Rollenspiel
an: Wie glaubt Ihr, dass sich die Szene künftig entwickeln wird?

Konrad: Ich habe keine Ahnung, aber ich hoffe, dass da noch was geht.
Wenn ich mir anschaue, wie manche WoW spielen, scheint da etwas zu
fehlen, was Pen&Paper-Spiele hatten: Da sitzen die Spieler Stunden
lang vor ihren Rechner und leveln, indem sie Alltagsarbeiten für die
Punkte machen und weil das so monoton ist, chatten sie nebenher mit
Freunden, die auch spielen. Bei AD&D-Session haben wir früher auch
viel Quatsch in und out of character geredet, das floss dann auch
sofort ins Spiel ein. Diese soziale Komponente und der unmittelbare
Einfluss auf die Spielwelt fehlt mir bei aktuellen MMORPGs ein wenig.
Vielleicht kommt da digital noch etwas, das dieses Bedürfnis erfüllt.

Ihr habt selbst über den schlechten Ruf geschrieben, den D&D vor allem
in der 70er und 80er Jahren hatte – wie wird Eurer Meinung nach
Rollenspiel heutzutage in Funk, Fernsehen und Tageszeitungen
dargestellt?

Thomas: Eigentlich fast gar nicht, somit auch nicht besonders positiv
oder negativ. Computerspiele tauchen öfters auf, häufig negativ
besetzt. Aber über Pen&Paper-Rollenspiel wird sehr wenig berichtet -
was vermutlich daran liegt, dass die Szene inzwischen relativ klein
geworden ist.

Könnt Ihr uns schon verraten, welche Artikel Ihr als nächstes plant?

Thomas: Ich denke, dass DSA ein ganz heißer Kandidat ist.

Thomas Hillenbrand, Jahrgang 1972, Hamburger, hat in Duisburg Politik,
Wirtschaft und Japanisch studiert. Danach volontierte er an der
Düsseldorfer Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten.
Er schrieb unter anderem für das “Handelsblatt”, die “Telebörse” und  das”Wall Street Journal Europe”. Von Oktober 2001 bis Oktober 2005 war er Wirtschaftsredakteur bei SPIEGEL ONLINE, danach Telekom-Redakteur bei
der “Financial Times Deutschland”. Seit Juli 2007  ist Thomas HillenbrandRessortleiter Auto bei SPIEGEL ONLINE.

Konrad Lischka, wurde 1979 geboren, ist in Essen aufgewachsen. Seine Ausbildung absolvierte er in München an der Deutschen Journalistenschule, arbeitete als freier Autor für die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Rundschau (im Feuilleton), telepolis, c’t und die Neue Zürcher Zeitung (Computerspiele, IT). 2004 bis 2007 war er Redaktionsleiter, dann Chefredakteur des Literaturmagazins “bücher”. Seit 2007 ist er Redakteur im Netzwelt-Ressort bei SPIEGEL ONLINE.

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