Seit ziemlich genau einem Jahr läuft unsere unregelmäßige D&D 3.5.-Freitagskampagne, die mittlerweile den Namen “Blodson und die wilde Dreizehn” angenommen hat. Wir haben bisher elfmal gespielt. Wir sind mit dem Umsonst-Abenteuer Falkengrunds letzte Hoffnung eingestiegen (Falkengrund liegt bei uns in den vergessenen Reichen nahe der Wüstenschlundberge) und haben die Kampagne danach die meiste Zeit ergebnisoffen vor sich hin treiben lassen. Ich habe als Spielleiter Plothooks, NSCs und Schauplätze ins Spiel geworfen, teilweise haben die Spieler sie angenommen, teilweise auch nicht. Teils haben sich sehr formidable und interessante Kampagnenabschnitte daraus entwickelt. Hier also ein Protokoll, wie sich die Ereignisse in einer ergebnisoffenen Runde so entwickeln können.
Die Ereignisse:
- In Falkengrund haben Teyron, Nemtor und Caleb ein Mittel gegen die Krankheit Schwarzscheuerflecken gefunden und in einem alten Zwergenkloster einen Worg erschlagen.
- Danach haben die Charaktere die junge Frau Vema aus den Fängen eines Sklavenhändlers befreit, der sie nach Norden zu den Zentarim bringen wollte – zum Ausgleich dafür, dass ihr Vater das schwarze Netzwerk bei einem Handel betrogen hat.
- Mit dieser Dame sind die Charaktere gen Süden gezogen, um sie zurück zu ihrem Vater in den Stadtstaat Hlondeth in Turmish zu bringen. Sie überquerten von Suzail in Cormyr aus mit dem Schiff den See des Sternenregens. Auf dem weiteren Weg kamen sie, obgleich es erst Herbst war, in ein Gebiet voller Schneestürme, wo sie einen Goblin-Clan bekämpften. Menschliche Holzfäller des in der Nähe gelegenen “Fort Fitzgrey” (Schauplatz aus dem Abenteuer “Eines Winters Nacht aus dem deutschen Dragon Nr.7 entlehnt) berichteten ihnen, dass ein böser Magier das Wetter kontrolliere, weil ihm prophezeit wurde, dass er an einem sonnigen Tag sterben würde.
- In gnadenloser Überschätzung ihrer Fähigkeiten machte die Gruppe sich auf zum Magierturm und stellte den Zauberkundigen zur Rede. Als dieser die Gruppe mit einem Gargoyle verscheuchen wollte, griffen die Charaktere den Turm an. Während des Angriffs fielen der wackere Halbriesenbarbar Tem und Falorn, ein Elfenwaldläufer, unter den Kampfzaubern des bösen Magiers. Der Rest der Gruppe zog sich zurück, leckte seine Wunden und wanderte schließlich weiter nach Turmish – nicht ohne beim Blute der gestorbenen Gefährten zu schwören, den Magier in nicht allzu ferner Zukunft erneut zu besuchen.
- In Hlondeth lieferte die Gruppe die junge Frau Vema bei ihrem Vater ab. Dieser heuerte die Gruppe sodann für einen Mordauftrag an – sie sollten seinen Gegenspieler töten. Als neue Gruppenmitglieder stießen der Hexer Osborn und der Barbar Blodson zur Gruppe.Der Kelemvorkleriker Teyron tat sich schwer damit, einen Auftragsmord anzunehmen, beruhigte sein Gewissen aber damit, dass es gegen einen Zentarimhändler und Halb-Yuan-Ti ging.
- Ein Versuch der Kriegers Caleb, sich in das Herrenhaus des Händlers einzuschleichen, schlug erst einmal fehl. Die Zentarim verhörten ihn und fanden heraus, dass er mitbeteiligt an einem Mordkomplett sei. Auf dem Weg zum Schafott befreite der Rest der Gruppe Caleb in einem blutigen Gemetzel, bei dem sich vor allem der Barbarenkrieger Blodson hervortat. Die Charaktere flohen erst einmal aus der Stadt, wo sie mittlerweile als “Blodsons wilde Bande” gejagt wurden. Sie entkamen durch einen Teil des Unterreichs einem Verfolgungskommando.
- Nachdem sie sich einige Tage in einer Nachbarstadt versteckt hatten, schlichen sie sich erneut nach Hlondeth und erreichten über die Kanalisation das Haus des Zentarim-Händlers. Sie drangen über den Abort ein, wurden aber entdeckt und eine wilde Schlacht begann. Zum Schluss erschlugen die Charaktere die beiden Yuan-Ti, einer davon der Händler, und die restlichen Soldaten im Herrenhaus. Im Obergeschoss fanden sie ein Portal, dass sie aber nicht untersuchen konnten, weil die Stadtwache das Gebäude stürmte. Sie flohen wieder durch die Kanalisation. Aus der Nachbarstadt schickten sie eine Botschaft zu Vemas Vater und Caolos, dessen Gesicht man in der Stadt nicht kannte, ging allein zurück nach Hlondeth. Vemas Vater aber weigerte sich, die versprochene Belohnung zu zahlen mit Hinweis auf die Scherereien, die die Charaktere angerichtet haben. Stattdessen schickte er sogar seine Sklaven hinter Caolos her, um diesen Gefangen zu nehmen. Doch Caolos und Blodson, der ihm nachgereist war, entkamen ihnen nach kurzem Scharmützel.
- Die Charaktere reisen wieder zurück nach Norden und über das Innere Meer nach Cormy. Unterwegs halfen sie den Holzfällern noch, sich umzusiedeln und der Druide Lhamedos lließ die Baumarten schneller sprießen, die die wirtschaftliche Grundlage Holzfäller sind. Zurück in Suzail wollte Caolos einen Drachenangriff untersuchen – der Drachenzorn wütete – aber der Rest der Gruppe entschied sich, einen Auftrag für den Kelemvor-Tempel in Suzail anzunehmen, den Teyron ihr vermittelte. Im Sumpf- und Grenzgebiet zwischen Cormyr und Sembia befreiten sie eine alte Villa von Untoten, die ein mittlerweile verstorbener Nekromant erschaffen hatte.
- Die Charaktere erhielten Nachricht aus Falkengrund – für ihre Verdienste bei der Bekämpfung der Schwarzscheuerflecken sollen Caleb und Teyron eine Auszeichnung von der Gemeinde erhalten. Sie reisten zurück nach Falkengrund, wo gerade ein Jahrmarkt gastiert…
… soweit bisher. Demnächst schreibe ich einen Spielbericht zu Jahrmarkt der Tränen, das wir derzeit spielen.
Ehemalige und aktuelle Charaktere:
Caleb Gorasson, menschlischer Kämpfer/Magier
Teyron aus Falkengrund, Aasimar, Kelemvor-Kleriker
Caolos, menschlischer Magier
Osborn Schwarzmüller, Halbling-Hexer
Blodson, menschlicher Barbar
Nemtor, wildelfischer Schurke/Kämpfer (Spieler ausgeschieden wegen Zeitmangels)
Lhamedos, menschlischer Druide (Spieler ausgeschieden wegen Umzugs – von hier aus Grüße nach Darmstadt!)
Tem, Halbriesen-Barbar/Tempus-Kleriker (R.I.P.)
Falorn, ein Elf aus den Wäldern, Waldläufer (R.I.P.)