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Strukturierte Vorbereitung

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Der aktuelle Karneval der Rollenspielblogs beschäftigt sich mit dem Thema “Spielvorbereitung“. Geleitet wird er von Merimac von “Spiele im Kopf“.

 

Mir geht es wie den meisten SL: Ich habe zu wenig Zeit. Zudem vergesse ich auch gerne mal was, was beim leiten sehr störend sein kann. Darum brauche ich eine Spielvorbereitung, die zum einen relativ wenig Aufwand erfordert und zum anderen mit einem Blick alles wesentliche einer Szene erkennen lässt. Meine bisherige Lösung ist einfach und kann aber sicherlich noch Verbesserungen vertragen. Darum soll dies der Anstoß zu einem Austausch sein.

Meine Abenteuer sind “szenenbasiert”. Im Endeffekt ist das nicht viel anders als “ortsbasiert”, wo es eine Liste mit ausgearbeiteten Orten gibt, die die Spieler besuchen können. Oder auch andere, wenn ihnen danach ist. Bei mir sind es auch oft Orte, aber es gibt auch Personen, Ereignisse, die unter bestimmten Voraussetzungen eintreten, Hintergrundinfos, die man erfahren kann und anderes. Manch Dinge geschehen von selbst, die meisten jedoch auf Initiative der Spieler hin. Doch um das so heraus zu arbeiten, hatte ich zunächst angefangen meine Abenteuer als Fließtext auszuformulieren. Das hilft dabei sich Gedanken über die Szenen zu machen und Details zu durchdenken, die man sonst übersehen hätte. Zur Vorbereitung eines Abenteuers bzw. als Hilfe im Spiel taugt das aber nichts.

Kurz und gut

Um Zeit zu sparen, habe ich die Abenteuer in Blöcke unterteilt, oben erwähnte Szenen. Diese habe ich dann nur noch mit Stichpunkten beschreiben. Ein Stichpunkt für die allgemeine Beschreibung, ein Stichpunkt für jeden NSC, einer pro Information, die man erlangen kann, einer für jedes Ereignis, das innerhalb der Szene eintreten kann und so weiter. So hat man für jeden Schlüsselpunkt einer Szene einen Stichpunkt und bekommt schnell eine Übersicht was wichtig ist und kann leicht nachschauen, ob man alles abgearbeitet hat. Für Kämpfe gibt es auch einen Punkt, der Namen und Anzahl der Gegner auflistet, deren Werte stehen jedoch auf separaten Blättern gesammelt, auch weil manche Gegner öfter vorkommen und ein D&D 4-Statblock einfach den Text zu sehr auseinander reißt.

Die Methode einen Fließtext zu formulieren nutze ich immer noch. Wenn ich kein klares Bild einer Szene habe oder sie wichtig ist, dann fange ich an sie textuell zu beschreiben und mich so einzudenken. Das hilft sich alles zu vergegenwärtigen. Habe ich dann ein gutes Bild, wird der Text “verschnipselt” und in Stichpunkte überführt. Das alles funktioniert mittlerweile ganz gut, bei einfachen, kurzen Abenteuern verzichte ich meist jedoch drauf und habe einen kleinen Zettel handschriftlicher Notizen ohne Form.

Freier Abenteuerverlauf contra Seitenabfolge

Was mir aber z.B fehlt ist eine gute Idee für wiederkehrende NSC. Einmalig auftretende und deren Verhaltensnotizen kommen in einen einzelnen Stichpunkt. Soll der NSC aber öfter auftauchen, brauche ich übergreifende Hintergrundinformationen. Wo kommen diese hin? Verliere ich dann den Vorteil die Handlungsweise eines NSC in der jeweiligen Szene direkt darin beschreiben zu können? Bei komplexeren Abenteuern führt meine Struktur gerne auch zu Verwirrung, gerade wenn Szenen in völlig beliebigen Reihenfolgen abgearbeitet werden können (können sie immer, aber die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Reihenfolge ist meist recht hoch). Wie kann man so eine übergeordnete Struktur hinein bringen?

Derzeit arbeite ich immer wieder daran meine Fähigkeiten bei der lebendigen Beschreibung von Orten und Personen zu verbessern. Da hat meine Struktur gute Dienste geleistet. Ich formuliere die Beschreibung meist komplett aus und überarbeite sie mehrfach um bessere Formulierung zu erreichen. So kommt es dann auch in meinen Stichpunkt. Im Spiel nutze ich das dann nicht unbedingt als Vorlesetext, aber orientiere mich stark daran, so dass die passenden Adjektive und Worte direkt vorliegen.

Der Spukschrank und die Goblins

Ein kleines Beispiel der “Szenen”, die ich für ein Abenteuer aufgelistet habe. Es ist mein Neuling-/Einsteigerabenteuer, von dem ich kürzlich schrieb. Hier der Plot im Schnelldurchlauf, damit Ihr die Überschriften nachvollziehen könnt. Wer es genauer wissen will, kann mein dazugehöriges Google Doc durchlesen.

Die Gruppe wird in einer Stadt angeworben in ein Dorf zu gehen und die dortigen Goblinüberfälle abzustellen. Dem Dorf steht ein niederadeliger Ritter vor und in der ersten Nacht vor Ort geschieht auch noch eine Entführung über ein Portal ins Feywild (parallele Naturebene). Es entstand weil ein Hexer ein Ritual durchführte um die Grenzen zwischen Feywild und materieller Ebene zu schwächen. Er tat das im Auftrag einer bösen Fee, die so ihre Verbannung beenden will. Der Hexer paktiert mit der Fee. Eigentlich ist er ein Junge und Außenseiter, der vor Jahren aus dem Dorf floh. Er hat auch die Goblins geholt, weil er Handlager brauchte, die ihm helfen Menschen zu entführen. Diese Menschen dienten als Blutopfer für das Ritual. Entführt haben sie dann die Mitglieder einer Karawane, die zum Dorf unterwegs war. Die Golbins hausen unter einer nahgelegenen Ruine, wo auch ein Portal ins Feywild ist, in dem der Hexer lebt.

Hier die Szenenüberschriften mit Ergänzungen für das bessere Verständnis von mir in Klammern:

  • Start in Eliwagar
  • Rastbrück (so heißt das Dorf)
  • Ritter Jörg Silberstreif
  • Die weinende Johanna (Tochter des Entführungsopfers)
  • Das kohlbrennersche Haus (Haus der Entführten)
  • Der verlorene Sohn
  • Kuhdiebstahl
  • Die überfallene Karawane
  • Der Überfallort
  • Die Ruine
  • Das Verlies
  • Im Feywild
  • Hintergrund

Wie strukturiert Ihr vorbereitete Abenteuer? Und wie kann man eigentlich von so einer Struktur einfach zu einem Format kommen, dass sich für Veröffentlichungen eignet? Ist dafür eine vollständige Ausformulierung unbedingt nötig?

http://spiele-im-kopf.blogspot.com/
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