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Dice 4 Interview

Mittwoch, April 14th, 2010

Wie auch schon der Rollenspiel-Almanach berichtete, startet der Deadlands-Blog “Dice 2 Death” gerade eine Interview-Serie. Es kommen jedoch nicht “Berühmtheiten” der Rollenspiel-Szene zu Wort, sondern wir. “Wir” heißt in diesem Fall Mitglieder der deutschen RSP-Community und -Blogsphäre. In der ersten Folge interviewen sich die beiden sozusagen selbst um das Konzept vorzustellen. Demnächst wird es dann weitere Interviews geben. Unter anderem wurden der Rollenspiel-almanach und auch wir gefragt, ob wir teilnehmen möchten. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Ihr werdet also auch in Kürze unsere Antworten bei “Dice 2 Death” lesen können.

Die Idee zu der Serie finde ich richtig gut. So lernt man die “Gestalten”, mit denen man sich täglich auf verschiedenen Blog herum treibt und bisweilen auch leidenschaftlich diskutiert etwas besser kennen. 

Spiegel-Redakteure, die mit AD&D und DSA groß geworden sind

Donnerstag, November 5th, 2009

Das Verhältnis von Rollenspielern zu den Medien ist nicht immer das einfachste. Die Zeit boulevardesker Hetzjagden ist zwar glücklicherweise vorbei. Doch klagen Spieler noch immer: über mangelnde Sachkenntnis der Reporter, über die Darstellung als weltfremde Freaks oder schlichte Missachtung. Um mal eine Lanze (+ 2) zu brechen für die Journaille: Meiner Beobachtung nach gibt es immerhin ab und zu – vor allem im Lokaljournalismus – kleine und nette Berichte über Cons oder Spielgruppen. Und, als kleiner Apell: Vergesst nicht, dass die Journalisten gewöhnlich keinen Bezug zu Eurem Hobby haben und unter Zeitdruck stehen. Wenn also das nächste mal ein Pressemensch auftaucht, gebt Euch Mühe, klar und freundlich, verständlich und ohne ausufernde Fachkenntnis das Hobby zu erklären. Statt später verwundert zu schimpfen, warum der Schreiberling nicht verstanden hat, dass ein TAC0 nicht zwingend mexikanisches Finger-Food ist, R.A. Salvatore kein italienischer Pizzabäcker und Ihr in der “Ravenloft” höchstens in Eurer Fantasie nächtigt, in Wirklichkeit aber das Bett der Jugendherberge vorzieht.

Aber halt: Zwei Journalisten gibt es, bei denen Ihr derlei Wissen dann doch voraussetzen könnt. Die Rede ist von Konrad Lischka und Thomas Hillenbrand von Spiegel-Online. Sie haben in den vergangenen Monaten eine Serie zum Thema Rollenspiel und Fantasyliteratur veröffentlicht, die bislang in Deutschland ihres gleichen sucht. Anschaulich geschrieben, klasse recherchiert und mit ganz viel Sachkenntnis haben Lischka und Hillenbrand Nachrufe auf Gary Gygax und Dave Arneson verfasst, die Geschichte Richard Gariotts unter die Lupe genommen, Fritz Leibers Liebe zu Schnaps und Schwertern dargelegt und das Phänomen “Dungeon” untersucht. Und das Beste: Sie wollen noch weitere Artikel schreiben.

Trotz ihres vermutlich knappen Zeitfensters haben sich Konrad Lischka und Thomas Hillenbrand nun die Zeit genommen, dem Herzlichen Rollenspielblog ein paar Fragen über die Serie zu beantworten. Viel Spaß beim Schmökern und Bühne frei!

Spielt Ihr eigentlich selbst? Und wenn ja, welche Spiele und wie seid
Ihr dazu gekommen?

Thomas: Im Prinzip ja, aber leider fehlt die Zeit. Gestartet bin ich mit
DSA, etwa 1985. Aktuell spielen wir AD&D 1st Edition, “Against the
Giants” – der Nostalgie wegen.
Konrad: Ich habe 1994 oder ’95 mit AD&D, 2nd Edition, angefangen, dann
kurz Spellfire und dieses spezielle Saga-System für Dragonlance 5th
Age gespielt, später Vampire The Masquerade. Im Moment spiele ich aber nur noch Brettspiele. Gerade habe ich von der Essener Spielemesse Callisto, Revolution und Dominion mitgebracht.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, die Artikelserie zu schreiben?

Konrad: Nachdem ich Nachrufe auf Gary Gygax und Dave Arneson
geschrieben habe, merkte ich, wie gern ich mit ihnen gesprochen hätte -
weil so viel ihrer Spielmechanik in den MMORPGs steckt.

In den Artikeln steckt viel Hintergrundwissen – wie schwierig und
zeitaufwendig war es, die Fakten und Hintergründe zu recherchieren?
Auf welche Quellen hattet Ihr Zugriff?

Thomas: Es ist ziemlich zeitaufwändig. Im Web gibt es zwar etliche
gute Seiten zu dem Thema, aber viele der dort präsentierten Infos sind
nicht mit Quellen hinterlegt – die Fakten lassen sich oft nicht
nachprüfen. Wir versuchen deshalb, mit so vielen Szeneveteranen wie
möglich zu sprechen, um ein umfassendes Bild zu bekommen. Beispielsweise im Gespräch mit Werner Fuchs (DSA) oder Ken St. Andre (T&T).
Konrad: Es gibt zum Glück auch viel altes Material bei Ebay, das ist ein
kleine Hilfe. Bei Fritz Leiber hatte ich auch den Vorteil, sehr hilfsbereite
Bibliothekare zu finden, die seinen Nachlass betreuen. Zum Glück waren und
sind viele Rollenspiel auch Sammler.

Gab es besondere Resonanzen auf die Artikelserie?

Konrad: Ein paar Kollegen aus der Redaktion haben mir erzählt, was sie
früher gespielt haben – Spielebücher, DSA, einer heute noch Tabletops.
Da war ich überrascht.

Welchen Einfluss haben Fantasy und Rollenspiele Eurer Meinung nach auf
die heutige Popkultur?

Thomas: Meine Meinung ist, dass der Einfluss unterschätzt wird. Man
spricht heute oft davon, dass die Nerds aus den Achtzigern mittlerweile im
Silicon Valley oder in Hollywood den Ton angeben – und viele von denen
waren früher Rollenspieler. Vor allem bei Computerspielen dürfte der
Einfluss ganz enorm sein. Man denke nur an Call-of-Cthulhu-Designer
Sandy Petersen, der hat später Doom gemacht.

Manch einer stimmt schon den Abgesang auf das klassische Rollenspiel
an: Wie glaubt Ihr, dass sich die Szene künftig entwickeln wird?

Konrad: Ich habe keine Ahnung, aber ich hoffe, dass da noch was geht.
Wenn ich mir anschaue, wie manche WoW spielen, scheint da etwas zu
fehlen, was Pen&Paper-Spiele hatten: Da sitzen die Spieler Stunden
lang vor ihren Rechner und leveln, indem sie Alltagsarbeiten für die
Punkte machen und weil das so monoton ist, chatten sie nebenher mit
Freunden, die auch spielen. Bei AD&D-Session haben wir früher auch
viel Quatsch in und out of character geredet, das floss dann auch
sofort ins Spiel ein. Diese soziale Komponente und der unmittelbare
Einfluss auf die Spielwelt fehlt mir bei aktuellen MMORPGs ein wenig.
Vielleicht kommt da digital noch etwas, das dieses Bedürfnis erfüllt.

Ihr habt selbst über den schlechten Ruf geschrieben, den D&D vor allem
in der 70er und 80er Jahren hatte – wie wird Eurer Meinung nach
Rollenspiel heutzutage in Funk, Fernsehen und Tageszeitungen
dargestellt?

Thomas: Eigentlich fast gar nicht, somit auch nicht besonders positiv
oder negativ. Computerspiele tauchen öfters auf, häufig negativ
besetzt. Aber über Pen&Paper-Rollenspiel wird sehr wenig berichtet -
was vermutlich daran liegt, dass die Szene inzwischen relativ klein
geworden ist.

Könnt Ihr uns schon verraten, welche Artikel Ihr als nächstes plant?

Thomas: Ich denke, dass DSA ein ganz heißer Kandidat ist.

Thomas Hillenbrand, Jahrgang 1972, Hamburger, hat in Duisburg Politik,
Wirtschaft und Japanisch studiert. Danach volontierte er an der
Düsseldorfer Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten.
Er schrieb unter anderem für das “Handelsblatt”, die “Telebörse” und  das”Wall Street Journal Europe”. Von Oktober 2001 bis Oktober 2005 war er Wirtschaftsredakteur bei SPIEGEL ONLINE, danach Telekom-Redakteur bei
der “Financial Times Deutschland”. Seit Juli 2007  ist Thomas HillenbrandRessortleiter Auto bei SPIEGEL ONLINE.

Konrad Lischka, wurde 1979 geboren, ist in Essen aufgewachsen. Seine Ausbildung absolvierte er in München an der Deutschen Journalistenschule, arbeitete als freier Autor für die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Rundschau (im Feuilleton), telepolis, c’t und die Neue Zürcher Zeitung (Computerspiele, IT). 2004 bis 2007 war er Redaktionsleiter, dann Chefredakteur des Literaturmagazins “bücher”. Seit 2007 ist er Redakteur im Netzwelt-Ressort bei SPIEGEL ONLINE.

Ankündigung: Interview mit Spiegel-Online-Redakteuren über Rollenspiele

Mittwoch, November 4th, 2009

Hallihallo Leute,

Schonmal zur Einstimmung: Ich habe vor ein paar Tagen bei Konrad Lischka und Thomas Hillenbrand von Spiegel-Online nachgefragt, ob sie sich für ein kleines Interview zur Verfügung stellen. Ihr erinnert euch sicher: Sie sind die Autoren der viel gelobten Artikelserie bei Spiegel-Online über Rollenspiele & Fantasyliteratur.

Coolerweise haben die zwei schnell und unbürokratisch zugesagt. Heute Abend habe ich nun die Antworten auf meine Fragen erhalten. Ich lese gleich nochmal drüber und verpacke das Material dann in einem eigenen Beitrag – der vorraussichtlich morgen online geht. Dann könnt Ihr bei uns im Herzlichen Rollenspielblog nachlesen, ob die beiden Journalisten selbst spielen, wie Spiegel-Redakteure eine Recherche über Fritz L. und Gary G. angehen und so manches mehr.

Bis dahin eine gute Nacht!

Euer Joni

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