Individuell oder teamfähig?
Klar, ganz so schwarz/weiß ist das nicht. Zum Einen wird der Charakter auf jeden Fall "gruppenkompatibel" sein, das heißt kein Arschloch und kein Nichtskönner. Ich möchte ja einen sinnvollen Beitrag zum Funktionieren und zum Erfolg der Gruppe leisten (so jedenfalls mein Anspruch an mich selbst). Außerdem wird der Charakter so aufgebaut sein, dass er mir gefällt (ich mag z. B. Kleriker und Druiden relativ wenig), aber es ist die Frage, ob das das Hauptmotiv ist. Diese beiden Grundvorgaben umreißen das Spannungsfeld um das sich nun schon seit Wochen meine Gedanken immer wieder drehen.
Konkret geht es in meinem Fall um Tem, den Halbriesen und mächtiger Kämpfer im Namen des Tempus und Taliorn, den Sonnenelfen und arkanen Feldforscher. Tem ist der Charakter, den ich mir ursprünglich sogar ohne Bezug zu der jetzigen Rollenspielrunde überlegt hatte. Er ist nicht auf die Zusammensetzung der Gruppe abgestimmt. Taliorn habe ich entwickelt nachdem ich von der Zusammensetzung der Gruppe erfuhr und bemerkte, dass ein Magier fehlte.
Grundsätzlich bin ich jemand, der nicht gerne einen Charakter mit Fähigkeiten spielt, die in der Gruppe schon vorhanden sind. Ich fühle mich dann irgendwie überflüssig und die "Verschwendung" der Ressourcen auf eine Fähigkeit die schon vorhanden ist, ärgert mich dann immer ein wenig. Vielleicht ist es auch der kleine Powergamer in mir, der die Effizienz eines auf die Gruppe abgestimmten Charakter mag. Es ist auch ein schönes Gefühl, wenn man beim Spiel Dinge tun kann, die kein anderer Charakter kann und man so eine wichtige Rolle spielt und Anerkennung bekommt. Vielleicht geht es unterbewusst sogar um "Spotlight Time", die man so viel sicherer bekommt? Um auch moralisch höher zu bewertende Argumente zu nennen, hilft ein entsprechend abgestimmter Charakter natürlich auch der Gruppe und kann so auch den anderen Spaß bereiten und er bietet dem Meister die Möglichkeit mehr Lösungswege zu gestellten Herausforderungen anzubieten, die Charaktere stehen auch nicht so leicht vor einem Problem und finden keine Lösung.
Rollenspiel soll aber allen Spaß machen und darum stellt muss man sich fragen: Warum nicht das spielen, wozu man Bock hat? Es soll ja Gruppen geben, die nur aus Hexenmeistern bestehen. Warum nicht einfach mal den Charakter bauen, auf den man schon immer Lust hatte? Es hilft niemandem weiter, wenn man selbst seinen Charakter nicht überzeugend 'rüber bringen kann oder sich mehr oder weniger zwingen muss ihn zu spielen. Ein Charakter mehr hilft der Gruppe auch so, wenn auch wohl nicht ganz so stark. Aber z. B. mehr Schaden im Kampf oder mehr Heilmagie hat noch keiner Gruppe geschadet. Und spielt man das gut aus und hat Spaß daran, gewinnen die anderen Spieler auch an Spaß und das Rollenspiel (als Ausspielen einer Rolle) wird besser.
Wie seht ihr das? Welche Richtung bevorzugt Ihr? Diskutiert mit im Forum!
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Ich mag meine beiden Charaktere mittlerweile gleich gern. Ich wüsste nicht, welchen ich lieber spielen würde. Allerdings war mittlerweile auch noch ein weiterer Spieler dazu gekommen, der auch einen Magier spielt. Es sind nun also beide Charaktere gleichermaßen "überflüssig". Das erleichtert meine Entscheidung nicht wirklich.
Es ist jetzt Tem, der Kämpfer geworden und der Grund dafür war eigentlich recht simpel. Einen weiteren Kämpfer kann man eher gebrauchen als einen zweiten Magier. Hat Spaß gemacht
