07. Sitzung am 18.01.2009: Die Verteidigung Quaervarrs und ein nächtlicher Überfall in Silbrigmond

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Es war am frühen Nachmittag des 5. Marpenoth im kleinen Städtchen Quaervarr: die Ruhe vor dem Sturm. Alle erwarteten mit Bangen den nächsten Angriff der Lykanthropen. Und keiner wusste, wie heftig dieser wohl ausfallen würde. Der letzte hatte einen hohen Tribut gefordert. Viele Verteidiger waren bei den Kämpfen gestorben und der Marktplatz war ein einziges Lazarett, wo die Druiden und auch Taspira versuchten, den zahlreichen Verletzten zu helfen. Die unversehrten Milizionäre und Krieger, unter ihnen auch Leran und Leif, übten sich derweil in ihren Waffen, auch um das Warten zu verkürzen.

Nach einer strategischen Besprechung mit Galion, dem Anführer der Silberritter, ruhten sich die Helden zunächst einmal aus, da der Angriff erst in der Nacht erwartet wurde. Sie sollten auch Recht behalten. Als es dunkel war, griffen die Werwölfe am Stadttor an. Und natürlich eilten die frisch erholten und eifrigen Recken auch sofort dorthin. Doch dann erblickten sie Raubflügel, den Falken des Druiden Torn. Also kehrten sie um und erfuhren dann von seinem Herrn, dass zwei Werratten aus einem Haus herausgekommen seien.

Die Abenteurer schauten dort nach dem Rechten und auch wenn von den Werratten keine Spur mehr zu finden war, machten sie eine andere unerwartete Entdeckung. Im Keller des Hauses war im Boden ein Loch, das in einen Tunnel führte. Die Werwesen mussten sich also die letzten Tage zu schaffen gemacht haben, um beim Angriff den Belagerten in den Rücken zu fallen.

Und so kam es auch. Nur dass die Feinde nicht damit gerechnet hatten, ein so tapferes Grüppchen am Ende ihres Ganges vorzufinden. Kaum dass diese Helden sich umgesehen und einigermaßen auf eine Strategie verständigt hatten, kam auch schon ein Trupp Werwesen aus dem Tunnel. Ein Kampf entbrannte und hätte vielleicht übel geendet, hätte der Magier Edgar nicht ein weiteres Mal das Blatt gewendet. Er ließ einen gewaltigen und tödlichen Feuerball zwischen den Feinden explodieren. Und das, ohne auch nur einen seiner Gefährten zu verletzen. Seinem Gesichtsausdruck nach schien sogar Edgar selbst von dieser Durschlagskraft überrascht.

Nach dem Kampf kam Torn ins Haus gestürzt. Er war von Raubflügel schon über die Neuigkeiten unterrichtet worden und hatte daraufhin die Zwerge zu Rate gezogen, die ja bekanntlich Spezialisten waren in Sachen Tunnelbau. Also brachte er jetzt die Nachricht, dass bald ein Gruppe dieser kommen werde, um den Tunnel zum Einsturz zu bringen. So lange sollten die Freunde noch die Stellung halten.

Diesmal bereiteten sich diese besser auf den Angriff vor. Sie schoben nach Leifs Vorbild allerhand Kisten und Fässer an den Rand des Tunneleingangs, um den Feinden das Herausklettern zu erschweren. In dieser vorteilhaften Stellung gelang es den Helden auch ein zweites Mal, die Werwesen zurückzuschlagen.

Nichts desto trotz war es ein harter Kampf und sie zogen sich daraufhin aus dem Keller zurück. Die Öffnung zur schmalen Kellertreppe, auf der die Feinde nur hintereinander Platz hatten, war besser zu verteidigen. Diesen Vorteil brauchten die Gefährten auch, denn sie hatten inzwischen viele Wunden erlitten, und wären bestimmt nicht mehr alle am Leben, hätten sie nicht so viele Heiltränke bei sich gehabt. Sie mussten weiter aushalten, bis endlich die Zwerge kämen.

Die dritte und letzte Feindeswelle sollte noch schrecklicher sein als die vorherigen beiden, denn befehligt wurde dieser Trupp von keinem anderen als dem Werpanther Blath, dem Blutfeind Leifs. Und der Kampf war unerbittlich, vor allem für Blath brauchte es viele Schläge, bis er letztendlich von Lerans Silberschwert niedergestreckt wurde.

Keinen Moment zu früh und keinen zu spät kamen die sehnlichst erwarteten Zwerge ins Haus gepoltert und übernahmen das Kommando. Die erschöpften Gefährten durften sich nun endlich zurückziehen. Sie waren noch nicht lange wieder zu Atem gekommen, da war aus dem Haus ein lautes Krachen zu hören und die Zwerge kamen die Hände reibend und mit zufriedenem Gesichtsausdruck wieder herausgestapft.

Stolz und guter Dinge machten sich die Helden auf zum eigentlichen Schauplatz des Kampfes. Doch beim Anblick dieser Verwüstung verflog ihre Euphorie: Die Schlacht war gewonnen. Doch zu welchem Preis? Überall lagen die Gefallenen, Menschen wie Zwerge, und die Luft war erfüllt vom Stöhnen und Schreien der Verwundeten. Einer der wenigen Lichtblicke war es, Undreth, den Hauptmann Quaervarrs, und auch Galion unter den Lebenden zu sehen. Und auch zurück im Pfeifenden Hirsch war es schön, Lilly und Seamus ohne schlimmere Wunden anzutreffen.

Der darauffolgende Tag, der 6. Marpenoth, sollte fast noch schwerer werden als die Tage des Kämpfens. Denn jetzt, wo die Gefahr erst einmal gebannt war, war Zeit die Toten zu betrauern. Ein Friedhof wurde angelegt und am 7. Marpenoth brachen die Zwerge auf, um ihre gefallenen Waffenbrüder nach Felbarr zu bringen.

Die fünf Gefährten erreichte nun ein Brief aus Silbrigmond, in dem sie am Nachmittage des übernächsten Tages zu einem Festempfang zu Ehren der Helden von Quaervarr eingeladen wurden. Um keine Zeit zu verlieren, brachen sie auch sofort auf. Denn sie wollten noch das versteinerte Einhorn Windhuf von seinen Qualen erlösen.

Bei diesem gelangten sie auch am Vormittage des nächsten Tages an und Edgar wirkte den Zauber "Stein zu Fleisch" mit Hilfe einer Schriftrolle. Endlich war Windhuf aus seinem steinernen Gefängnis befreit. Er wisperte noch "Danke" und starb dann im selben Moment. Taspira sprach ein Gebet zu Lurue und unter der alten Eiche wurde das edle Geschöpf zu seiner letzten Ruhe gebettet.

Am frühen Nachmittage des 9. Marpenoth kamen die Freunde in Silbrigmond an. Nachdem sich Faelar, Leran und Edgar herausgeputzt hatten, betraten sie den Hohen Palast. Die festlich geschmückte Empfangshalle war überwältigend. Edel gekleidete Gäste und Ritter der Silberlegion hatten sich darin versammelt. Doch am vielleicht erstaunlichsten war eine Gruppe Orks, die etwas unbeholfen aber friedlich in einer Ecke beisammen stand.

Fanfaren ertönten, dann betrat der Hohe Magier Taern Hornklinge in Begleitung der Zaubergarde den Saal. Er hielt eine Festrede, in der auch die Anwesenheit der Orks erklärt wurde. Im Vertrag von Garumns Schlucht, mit Ovul Todespfeil geschlossen in Mithrilhalle, wurde bestimmt, dass die Orks ihr eigenes Land erhalten und diese im Gegenzug den Krieg beenden sollten.

Dann wurden die Helden von Quaervarr geehrt. Jeder erhielt eine Silberspange und ein Silberherz. Nur Seamus erhielt sogar zwei Silberherzen wegen besonders schwerer Wunden, die er nach seiner eigenen Auskunft erlitten hätte. Galion wurde gewürdigt, indem ihm die Leitung der "Silberfaust" übertragen wurde, einer neu gegründeten Einheit zur weiteren Bekämpfung der Lykanthropen. Leran und seine Gefährten wurden zu Ehrenmitgliedern eben dieser ernannt und bekamen außerdem wertvolle magische Artefakte, die wie für jeden einzelnen geschaffen schienen.

Nachdem die Freunde nun den restlichen Tag damit zugebracht hatten, Silbrigmond zu erkunden, bezogen sie Quartier im Gasthof "Zur Goldenen Eiche". Doch die Nacht sollte nicht ganz so ruhig werden, wie es in einer glänzenden Stadt wie Silbrigmond zu erwarten wäre. Es begann mit den seltsamen Träumen Edgars und Taspiras.

Edgar fand sich als Junge in seinem alten Zuhause und dachte, wie so oft, über Zauber nach. Dann betrat sein Lehrmeister den Raum und fragte ihn: "Edgar, hast du gute Freunde?"

Taspira hingegen stand auf einer sattgrünen Wiese, gesäumt von einem Wald und einem blau schimmernden Portalbogen. Eine junge und eine etwas ältere Frau lächelten sie freundlich an und erinnerten sie an ihre Gaben, die sie von ihnen erhalten habe, und auch an Freunde, die Hilfe bräuchten...

Daraufhin erwachte Taspira und hörte zu ihrem Schrecken verdächtige Geräusche auf dem Gang vor ihrem Zimmer. Durchs Schlüsselloch erspähte sie drei altertümlich gerüstete Gestalten, die sich an Edgars Tür zu schaffen machten. Kurz entschlossen griff sie nach ihren Rapieren und stellte die Einbrecher. Diese hätten sie wieder gehen lassen, denn sie wollten nur Edgar. Aber Taspira ließ ihren Freund nicht im Stich und kämpfte, auch wenn sie nur im Nachthemd dastand. Sie fürchtete schon den Tod, denn sie stand allein gegen drei und Edgar lag bewusstlos auf seinem Bett, nachdem einer der Verbrecher mit dem Schwert nach ihm gestoßen hatte.

Zum Glück war auch Faelar erwacht und schlich heran. Nach einem Schrei Taspiras schreckten auch die anderen hoch und so besiegten sie gemeinsam die Feinde. Dank Leifs Ringkunst konnten sie einen von ihnen sogar lebend fangen.

Doch die spätere Vernehmung dieses Mannes warf mehr Fragen auf, als dass sie Antworten ergab. Seine alte Rüstung war mit Runen des alten Nesser-Reiches verziert, deren Bedeutung "Ruhm und Ehre" war. Und auf alt-nesser behauptete er, die Nesser seien auferstanden. Dabei war deren Reich schon vor eineinhalb tausend Jahren untergegangen und ihre fliegenden Städte waren vom Himmel gefallen.

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