1. Sitzung, März 2010: Eben noch Landratten, plötzlich Seehunde

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Kor, den sie den roten Skorpion nennen, hatte Vudra noch nie verlassen, jenes weise, große, prächtige Reich im Osten. Seine Heimat. Doch in den vergangenen Wochen hatte er eine Reise unternehmen müssen, die in viele tausend Meilen von daheim fort führte. Denn es begab sich, dass einer seiner Brüder im Kloster auf dem Berg der Unendlichkeit, vom bösen Gott Raumya korrumpiert wurde. Dieser Mönch, dessen Name Svart ist, hatte zuvor mit Kor den Reis geteilt und den Körper gestählt. Doch er legte das Violett an und stahl den Kelch der drei Stacheln bei Nacht und Nebel aus den gesegneten Hallen.

Kor wurde von seinem Meister Yantur, der ewigen Faust, ausgesandt, um den Kelch wiederzubeschaffen. Die Spur Svarts führte Kor schließlich in die Fesseln, eine raue Inselgegend südwestlich der Inneren See. Im Freibeuternest Schauerhafen verlor sich die Spur Svarts. Doch Kor vermutete, und so hörte er es auch in den Kneipen, dass der violette Skorpion sich auf einem Schiff weiter nach Osten abgesetzt hatte. Um seine finanziellen Mittel aufzubessern und die Gegen zu erkunden, beschloss Kor, ebenfalls auf einem Schiff anzuheuern.

Zur selben Zeit war auch Tethlandir in Schauerhafen angekommen, ein Elfenmagier und Kleriker der Magiegöttin Nethys aus der prächtigen Stadt Absolom. Er war ebenfalls wegen einer wichtiger Queste unterwegs: Sein Tempel hatte ihn beauftragt, die Hinterlassenschaften von Globox Hirnverdreher zu suchen, einem mächtigen Gnomenmagier mit skurrilem Ruf. Tethlandir wurde in den Gassen Schauerhafens kurz nach seiner Ankunft von einigen Halunken angegangen, die versuchten, ihn aufzuhalten. Der tapfere Teth stellte sich den Schurken mit dem Schwert in der Hand und dem Glauben im Herzen und nachdem er noch Hilfe vom Zwergenkrieger Wordan bekam, der zufällig den Weg kreuzte, trollten sich die Diebe.

Tethlandir, Wordan und Kor lernten sich schließlich in der Hafenkaschemme "zum ersoffenen Zwerg" kennen, sie alle heuerten dort bei dem halborkischen Kapitän Nesturuk an, den alle nur die Dogge nannten und der das Schiff Seehund befehligte. Es sollte zu einer Insel weit im Osten auf der offenen See gehen. Dort hoffte Nesturuk Schätze zu finden, hatte er doch eine Karte mit einem großen X darauf, was, wie jeder weiß, immer und zu jeder Zeit das Versteck eines Schatzes bezeichnet. Tethlandir hoffte weiterhin, auf jener Insel Hinweise auf Globox Hirnverdreher zu finden. Aus Abenteuerlust schloss sich der Mannschaft dann noch die Gnomenschurkin und Erfinderin Prickta Uhrfix an, die selbst aus Schauerhafen stammt.

Bald ging es los, an Bord der Seehund lernten die jungen Abenteurer einige der anderen Seeleute kennen, wie den alten Greg, den Seebären Bill und Boreon, genannt das Messer und andere. Bald gab es erste Probleme. Mehrmals versuchten Sahugin aus den Tiefen des Meeres, die Seehund zu entern. Doch mit vereinten Kräften gelang es Tethlandir, Prickta, Kor und Wordan, die Angreifer zurück zu schlagen. Schlimmer war, dass die Nahrungs- und Wasservorräte nach der mehrwöchigen Reise zur Neige gingen. Auf dem Schiff machte sich Unruhe breit. Boreon, das Messer und andere wollten Käptn Nesturuk, der stur dem Kurs weiter folgte, schließlich absetzen.

Die Abenteurer wollten sich der Verschwörung nicht anschließen. Als es jedoch zum Handgemenge kam, und Nesturuk Boreon über die Planke ins haiverseuchte Wasser werfen wollte, griffen sie ein. Es gab ein fürchterliches Scharmützel. Schließlich überwältigten die Charaktere Nesturuk, nachdem Kors Fäuste, Wordans Axt, Pricktas Armbrust und Tethlandirs Zauber ihren Dienst getan hatten - zu letzt warf Kor sogar noch einen Feuerball, indem er seine magische Halskette einsetzte. Boreon und mehrere Seeleute ließen während des Kampfes ihr Leben.

Nun war Kor der neue Käptn. Doch nur für kurze Zeit, denn als endlich die Insel in Sicht kam, griff ein Kraken die Seehund an. Obgleich die Abenteurer ihn schlussendlich vertrieben, zog er die Seehund mit in die Tiefe. Die wenigen Überlebenden - Teth, Wordan, Prickta, Kor, Greg und Bill - schwammen zur Insel, wo sie am Strand ein Lager errichteten. Kor befreite Nesturuk noch, damit dieser nicht ertrank - der ehemalige Käptn rettete sich ebenfalls, er schwamm zu einem anderen Teil der Insel. Immerhin, es gab keinen Zweifel: Es war jene Insel, die auf Nesturuks Karte verzeichnet war. Während Greg und Bill provisorische Hütten errichteten, erkundeten die Abenteurer die Insel. Bald trafen sie auf eingeborene Krieger. Diese schienen Kannibalen zu sein, sie hatten Käpitan Nesturuk gefangen. Die Abenteurer wollten ihm den Tod durch Aufessen ersparen und mischten sich ein. Doch die urtümlichen Krieger - Kuru war der Name ihres Stammes - gewannen das Gefecht, zumal sie einen machtvollen Schamanen dabei hatten. Der tapferere Wordan ließ während des erbitterten Gefechts sein Leben. Tehtlandir geriet ebenfalls in Gefangenschaft, Prickta und Kor schlugen sich fliehend in den Dschungel.

Die Gnomin und der Mönch wussten: Bald würde ihr elfischer Freund sein Leben lassen, wenn sie nichts unternahmen. Also tranken sie ihre letzten Heiltränke, schärften noch einmal ihre Waffen und legten den Ureinwohnern einen Hinterhalt. Sie waren Speere, Prickta schoss mit ihrer Armbrust. Das Unmögliche gelang: Sie besiegten die Stammeskriegerpatrouille und befreiten Tethlandir. Nesturuk allerdings verlor während des Kampfes sein Leben. Als er sich, die Verwirrung ausnutzend, befreite und davon laufen wollte, traf ihn der Speer eines Kuru im Rücken. Geschwächt machten sich die Abenteurer auf, nahmen die Speere der Eingeborenen an sich und sammelten die Leiche ihres Freundes Wordan ein, um ihn wenigstens angemessen zu beerdigen.

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