15. Sitzung am 20.06.2009: Wir fliegen über Wald und Feld
Aus Die herzliche Rollenspielwiki
Von der anstrengenden Reise zu Pferd und mit Hilfe von magischen Portalen war die Abenteurergruppe nun zum Reisen auf einem fliegenden Schiff gekommen: Der Sternentau. Wie es dazu kam, kann man in den Aufschrieben Taspiras nachlesen. Diese begann nämlich während dieser Reise, ein Tagebuch zu verfassen, um sich in ihrer Rastlosigkeit zu beschäftigen. Schließlich wurden dort ihre Waldläuferfähigkeiten nicht gebraucht.
"Da ich viel Zeit habe während dieser Reise, will ich erst einmal damit beginnen, was geschah, als wir noch auf dem Boden Faeruns waren. Schließlich soll in diesem Büchlein auch zu lesen sein, wie es dazu kam, dass wir nun auf diesem wundersamen Schiff durch die Wolkenmeere segeln...
10. Nachtal: Wir lernten Kinshor, den Violetten, kennen und dieser schenkte uns sogar die Sternentau. Nur dass ein wanhsinnig gewordener Drache namens Lofendadi dieses Schiff bewachte... Warum konnte nicht zur Abwechslung einmal etwas einfach sein bei dieser Mission? Aber was will man schon erwarten, wenn man sich darauf einlässt, ganz Faerun vor den Machenschaften mächtiger, böser Magier zu retten?
Etwas niedergeschlagen zogen wir uns also des Abends in eines der Häuser dieses zombieverseuchten Ortes zurück und verrammelten uns in einem fensterlosen Zimmer im oberen Stockwerk. Zum Glück verlief die Nacht ohne Zwischenfälle. Wer weiß, zu welchen unüberlegten Taten sich Leran sonst hätte hinreißen lassen. Der war nämlich gespannt wie ein Flitzebogen wegen all der Toten, die ihren Weg zu Kelemvor noch nicht gefunden hatten.
11. Nachtal: Für Edgar war das bestimmt kein sehr schöner Tag: Er stellte sich Kinshor für Versuche zur Verfügung, um im Tausch dessen Bibliothek nach nützlichen Zaubern durchsuchen zu dürfen. Uns anderen kam die weit angenehmere Aufgabe zu, die nähere Umgebung zu erforschen. Wir entdeckten einen alten Wachturm, dessen Mauer zum Teil weggebrochen war. Wir mussten ihn gar nicht erst genau untersuchen, um den breiten Durchbruch nach unten zu erspähen. Das sollte aber für heute genügen, schließlich war unser Freund Edgar nicht bei uns. Bei unserer Rückkehr hatte dieser dann auch die guten Neuigkeiten, dass er einen Zauber lernen würde, mit dem er Monster bezaubern könne. Hätten wir nur damals schon gewusst, wie mächtig der Drache sein sollte, mit dem wir uns anlegen wollten...
12. Nachtal: Auch an diesem Tag wollten wir weitere Nachforschungen beim Hort anstellen. Wir fanden dabei einen zweiten Eingang, zu dem nur ältere Drachenspuren führten, die auf jeden Fall schon mehrere Wochen alt waren. Anscheinend benutzte der Drache diesen Eingang weniger oft als den anderen. Davon ermutigt, schlich sich Faelar hinein. Der "Diebstahl" eines riesigen fliegenden Schiffes würde ja vielleicht besser klappen, wenn man die Gegebenheiten einmal untersucht hat. Leider stieß Faelar unglücklich gegen einen Stein und so hörte ihn der Drache. Faelar floh nach draußen in der Hoffnung auf Edgars magischen Beistand. Aber die Pechsträhne sollte nicht abreißen und so misslang der Zauber, der den zornigen Drachen besänftigen sollte. Der Drache hob ab, wir verteilten uns auf Evendurs Geheiß, doch trotzdem begann nun ein nahezu aussichtsloser Kampf, bei dem ich von Lofendadis Blitzstrahl verletzt wurde. Zum Glück schien er trotz seines rasenden Zornes einen vergleichsweise sanften Tag zu haben und so konnte ihn Leran mit entschuldigenden Worten besänftigen. Der Drache spuckte zwar weitere Drohungen gegen uns und auch gegen seinen alten Freund Kinshor aus. Doch er zog sich trotzdem in seine Höhle zurück und wir kamen noch einmal mit dem Leben davon.
13. Nachtal: Nun begann die Zeit des Wartens, Vorbereitens und Beobachtens. Schließlich wollten wir dem zornigen Lofendadi nicht noch einmal in die Arme laufen. Wir begannen damit, einen Tempel so zu tarnen und umzubauen, dass wir die Sternentau erst einmal dort verstecken könnten.
17. Nachtal: Der Tempel ist vorbereitet.
19. Nachtal': Wir beobachteten, wie Lofendadi zum Himmel aufstieg und verschwand. Wir beschlossen aber erst einmal abzuwarten und nicht sofort zu seiner Höhle zu gehen. Wer weiß, vielleicht war er ja noch misstrauisch und würde eher zurückkommen, weil er uns "Räuber" erneut erwartete. Er kam allerdings erst nach fünf Stunden mit zwei toten Hirschen wieder.
24. Nachtal: Endlich flog der Drache ein weiteres Mal aus. Diesmal wollten wir es wagen, in seine Höhle einzudringen. Wir sollten einen enormen Hort zu sehen bekommen, der vor wertvollen Artefakten nur so blitzte und blinkte. Doch auch wenn Lofendadi gerade vom Zorn ergriffen war, war er doch eigentlich ein gutartiger bronzener Drache. Leran und ich konnten glücklicherweise Faelar und Edgar daran hindern, etwas zu stehlen. Den beeindruckendsten Schatz würden wir so oder so an uns nehmen. Ihr Anblick war beeindruckend: bestimmt dreißig Meter lang, dreimastig, schneeweiß und ein Einhorn als Galionsfigur.
Faelar, der neugierigste von uns, sprang sofort auf die Sternentau und machte sich daran, deren Funktionsweisen zu ergründen. Er machte das gut. Nachdem er irgendetwas an den Hebeln verstellt hatte, begannen das Schiff zu schweben und die Augen des Einhorns rot zu glühen... Wäre es doch nur auch so einfach gewesen, Windhuf ins Leben zurückzuholen, erinnerte ich mich in diesem Moment wehmütig an jenes erhabene Geschöpf meines geliebten Mondwaldes.
Aber gerade war keine Zeit, um zu träumen. Die Sternentau musste in die Stadtruinen gebracht werden. Wir banden sie also an unsere Pferde und führten unser bemerkenswertes Gespann nach draußen und in Richtung unseres Lagers. Wir schafften alles in den vorbereiteten Tempel und versteckten uns dort. Als der Drache seinen Verlust bemerkte, wütete er und kreiste zwei oder drei Stunden lang kreischend über unseren Köpfen. Milikki sei gepriesen, dass sein Geist vom Zorn wohl so umnebelt war, dass er uns nicht fand.
Wir wollten es dennoch nicht herausfordern und machten uns daran, die Segel zu ordnen, um noch in derselben Nacht aufsteigen zu können. Als wir dann in den schwarzen Nachthimmel stiegen, war es ein erhebendes Gefühl. Der kühle Wind umwehte uns und seit dem Ritual, als ich mich mit Raubflügel verband, hatte ich mich diesem nicht mehr so nahe gefühlt. So fühlte sich also fliegen an... Mein treuer Raubflügel genoss es und kreiste um uns. Auch Evendur fühlte sich offensichtlich in seinem Element: Er posierte im Bug, als wäre er der König Faeruns! Wahrscheinlich formten sich in seinem Geist gerade die Zeilen eines Liedes...
25. Nachtal: Wir sind nicht das einzige Schiff hier oben! Heute ist ein weiterea Schiff, geformt wie eine Nussschale, über uns hinweggezogen. Falls es uns aber überhaupt bemerkt hat, schien sich zumindest nicht weiter für uns zu interessieren.
27. Nachtal: Heute gingen wir das erste Mal vor Anker, um unsere Vorräte auffrischen zu können. Im Wald ist es deutlich einfacher, Wasser und Nahrung zu finden als in der Luft...
Wir landeten also ein Stück außerhalb einer Stadt und Leran, Edgar und Evendur zogen los. Faelar und ich blieben beim Schiff. Es hätte alles so gut geklappt, wäre nicht irgendwann so ein dreckiger Haufen Soldaten bei uns aufgetaucht. Unser Schiff durchsuchen wollten sie! Oh, und sie haben es durchsucht! Den wertvollen Kamm, den ich irgendwann verkaufen wollte, haben sie mitgehen lassen, diese dreckigen Hunde! Aber zumindest kamen unsere Freunde wieder mit Fässern voller Wasser und getrocknetem Fleisch, außerdem Käseräder und andere Leckereien.
3. Hammer: Nach einer ansonsten ereignislosen Reise, kam heute endlich das Gebirge "Verlorene Gipfel" in Sicht. Wir waren also unserem Ziel nahe und damit auch meiner geliebten Heimat. Hoffentlich werden wir erfolgreich sein, damit wir unsere Freunde in Qaervarr lebendig wiedersehen werden.
Kurz darauf erspähten wir auch die Doppelspitze, bei der diese Steinwaldstadt der Earlann liegen sollte. Als wir näher kamen, fing es auch leicht an zu schneien. Das Tal zwischen den beiden Bergen war erstaunlich groß. Es durchmaß sicherlich mehrere Kilometer. Und Zentauren lebten dort. Sie waren auf einer großen freien Fläche versammelt und schienen dort mit einem Brunnen zu reden. Sehr seltsam... Doch als wir landeten verschwanden sie leider in ihre Wälder.
Ich soll auch kommen und mir den Brunnen ansehen, ruft mir gerade Evendur zu. Also werde ich wohl ein ander Mal weiterschreiben müssen. Mögen uns die Götter bei unserem Vorhaben beistehen!"

