16. Sitzung am 05.07.2009: Die Zeitkugel
Aus Die herzliche Rollenspielwiki
Wir schreiben den 3. Hammer im Jahre 1374, dem Jahr der Blitzstürme. Nach einer weitgehend ereignislosen Reise an Bord ihres neuen Luftschiffes waren die Helden auf der Suche nach der uralten Steinwandstand bei den Verlorenen Gipfeln angekommen. Faelar, der sich während des langen Fluges mit der Steuerung des magischen Flugschiffs vertraut gemacht hatte, steuerte das Tal zwischen den hohen Berggipfeln an. Dort überflogen die Helden ein grasbewachsenes Plateau, in dessen Mitte ein uralter Zierbrunnen stand. Dort beschlossen sie, vor Anker zu gehen und ihre Suche nach der Steinwandstadt der Earlann zu Pferde fortzusetzen. Während Edgar und Leran noch den seltsamen Brunnen untersuchten, bemerkte Faelar am nahen Waldrand einige Augenpaare, die sie misstrauisch beobachteten. Zwischen den Büschen blitzte sogar hier und da die Spitze eines stählernen Speers auf. Bevor sie darauf reagieren konnten, ertönte Taspiras erschrockener Schrei vom Rand des Brunnens, in den sie einen Blick geworfen hatte. Die Wasseroberfläche hatte sich kurz, um dann mehrere Bilder von Taspira zu zeigen, die alleine durch den Mondwald ritt. Als die anderen an den Brunnen herantraten, zeigte er jedem einzelnen Beobachter eine andere Szene. Edgar und Faelar erkannten Bilder aus ihrer eigenen Vergangenheit, die eng mit ihrem Heldenleben verknüpft waren, wohingegen Leran ein sehr verstörendes Ereignis beobachten musste. In der ruhigen Wasseroberfläche des Brunnens spiegelten sich die Szenen eines brutalen Überfalls wider. Schockiert sah er, wie seine Schwester in Tiefwasser von Dietrich von Gost und einigen seiner Schläger überfallen und übel verprügelt wurde. Da er nichts von einem Überfall wusste, mutmaßten die Helden, dass sich dieser erst kürzlich abgespielt haben konnte. Eine Untersuchung des Brunnens auf magische Signaturen zeigte starke Hellsicht- und Veränderungsmagie.
Währenddessen hatte sich Taspira, der der Brunnen nicht geheuer war, zum Waldrand aufgemacht, um mit den Beobachtern zu sprechen. Diese stellten sich als Zentauren heraus, nachdem Taspira den Waldrand erreicht hatte. Nach einer Begrüßung in der Sprache des Waldes stellte sich der Anführer der Zentauren als Falon Hufschweif vor. Von ihm erfuhr die Waldläuferin, dass sie am Brunnen der Erinnerung gelandet waren, der dem Betrachter Bilder aus der Vergangenheit zu zeigen vermochte. Falon warnte sie jedoch eindringlich, dass es gefährlich sei, bestimmte vergangene Erinnerungen wieder zu erwecken. Als Taspira den Zentauren nach der Steinwandstadt fragte, wurde sie an uralte Elfen-Wächter verwiesen, die sich am Hang des westlichen Gipfels niedergelassen hatten. Bevor sie sich verabschiedete, gewährte ihr Falon noch die Ehre eines kurzen Rittes über das Plateau auf seinem Rücken. Zurück am Flugschiff, beschlossen die Helden, es unter Evendurs Aufsicht am Brunnen zurückzulassen und zu Pferd den westlichen Berg hinabzureiten, um die Elfen-Wächter zu suchen. Mit Falons letzter Warnung im Hinterkopf, dass sich Satyren in der Gegend herumtrieben, die immer für einen üblen Scherz aufgelegt wären, schärften sie Evendur ein, die Augen offen zu halten. Edgar gab ihm noch einen magischen Fallenstein, der unerwünschten Eindringlingen beim Erklettern der Ankerkette eine üble Überraschung bereiten würde. Dann schwangen sie sich auf ihre Sättel und ritten den Berg hinab nach Westen.
Auf dem Weg durch die felsige Vegetation, der sie dicht am Berghang entlang führte, kamen sie immer wieder an den Spuren eines gewaltigen Erdrutsches vorbei, der hier in der Vergangenheit niedergegangen war. Nachdem sie einige Zeit schweigend geritten waren, entdeckte Faelar einen Spalt in der Felswand. Ein kleiner Weg führte hinauf zur Öffnung im Fels und als Faelar ihn etwa zur Hälfte erklommen hatte, wurde er von einem Ruf gestoppt: „Keinen Schritt weiter!“ In einem der Bäume saß ein Elf und zielte mit dem Bogen auf ihn. Dieser ließ sich auch nach einigen Versuchen nicht dazu bewegen, die Helden passieren zu lassen oder ihnen irgendeine Auskunft zu geben, sondern schickte sie mit erhobenem Bogen davon. In der Hoffnung, ein Stück weiter den Hang hinunter vielleicht doch noch Zeichen der gesuchten Earlann-Stätten zu finden, ritten die Helden weiter. Nach einigen Metern und einem Erkundungsflug Raubflügels, beschlossen sie aber, zur Öffnung im Fels zurückzukehren und noch einmal mit dem Elfen zu reden. Als sie gerade ihre Pferde gewendet hatten, spürte Edgar ein kurzes Stechen im Kopf und das Gefühl, dass seine Feinde ihn soeben auf magischem Weg aufgespürt hatten. Kurz darauf erschien einige Meter hinter ihnen ein blaues Leuchten zwischen den Bäumen und mehrere laute Rufe ertönten. Ohne zu zögern gaben die Helden ihren Pferden die Sporen und ritten in Richtung der Felsspalte zurück. Nach einer Weile konnten sie die Stimmen der Verfolger nicht mehr hören.
An der Felsspalte angelangt sprachen Leran und Edgar noch einmal mit dem Elfen, der sie für plündernde Abenteurer hielt. Leran konnte ihn jedoch von ihren guten Absichten überzeugen und der Elf versprach, sie in die verschütteten Ruinen einzulassen, die sich hinter der Öffnung im Fels verbargen, wenn sie vorher ihre Verfolger erledigen würden. Kaum hatte er das gesagt, da erschienen auch schon sechs schwer gerüstete Nesserkrieger auf dem Weg und marschierten in militärischer Formation den Berg hinauf. Es gelang den Helden zunächst, sich zwischen den einzelnen Bäumen zu verbergen und Taspira und Edgar nagelten die Nesser mit Verstrickungs- und Fesselungszaubern auf dem Weg fest. Nun konnten sie dem Pfeilhagel Faelars nicht mehr entkommen, der seine totbringenden Schüsse zielsicher in die ungeschützten Teile der gegnerischen Rüstungen lenkte. Mit vereinten Kräften konnten die Nesser trotz magischer Gegenwehr rasch bezwungen werden. Der letzte Überlebende täuschte zunächst listig seinen Tod vor, um dann das Heil in der Flucht zu suchen. Er war jedoch nicht schnell genug und wurde von Taspira eingeholt und in einem letzten Kampf getötet. Da die Nesser aber nun Edgars Aufenthaltsort kannten, mussten die Helden die Zeitkugel so schnell wie möglich ausfindig machen. Doch der Elf ließ sie nun passieren und so betrat die Gruppe die Ruinen der Steinwandstadt, als sich die Sonne draußen dem Horizont entgegen neigte.
Die Helden fanden sich zunächst in einem langen dunklen Gang wieder. An vielen Stellen war dieser teilweise verschüttet und sie mussten eine Laterne entzünden, um nicht in der Dunkelheit über die Trümmer zu stolpern. Nach einigen Metern kamen sie in eine große Kaverne, in der sie Reste einer längst untergegangenen Stadt erkennen konnten. Den Gebäuden und der großen Fläche in der Mitte nach zu schließen, hatten sie soeben den Marktplatz der verschütteten Steinwandstadt betreten. Im Zentrum des Marktplatzes standen einige alte in Roben gekleidete Elfen mit verbundenen Augen im Kreis um einen Brunnen herum und sangen einige Gebetshymnen. Als die Helden sich den Elfen vorsichtig näherten, löste sich die Versammlung auf, nur eine Priesterin blieb am Rand des Brunnens stehen. Nach einigen Fragen erfuhren die Helden von der etwas verwirrten Elfin, dass sie Iowen Schattenauge hieß. Iowen redete immerzu von alten Sünden, für die sie büßen müssten und fragte die einzelnen Helden über ihr Schicksal und ihre Beweggründe aus, schien die Antworten aber kaum wahrzunehmen. Nachdem sich die Unterhaltung eine Weile im Kreis gedreht hatte, konnte Taspira ihr entlocken, dass sich am Ende des Marktplatzes wohl ein alter Korellon-Tempel befände. Sie flüsterte etwas von namenlosen Schrecken, die ihn befallen hätten und plötzlich brach es aus ihr heraus, als die Helden näher gerückt waren, um die Alte noch zu verstehen: „Dieser Ort ist verflucht!“
Trotz Iowens Warnung brach die Gruppe daraufhin in Richtung des Tempels auf, da sie sich dort einen Hinweis auf die Zeitkugel erhofften. Am Rand des Marktplatzes fanden sie einen weiteren engen Gang, doch nach einigen Schritten stießen sie auf ein Hindernis. Der Gang war durch eine hell leuchtende Flammenwand versperrt. Als sie noch rätselten, ob es sich dabei wieder um eine Illusion handeln könnte, wie schon im Refugium, sprangen plötzlich einige Flammenzungen aus der Wand zu [Leran (Toril) von Hohen- und Niederbrück, Mensch, adeliger Krieger aus Tiefwasser|Leran] über, der ihr am nächsten Stand und fügten ihm eine schmerzhafte Verbrennung zu. Als Edgars Versuch, die Flammen zu bannen, ohne Erfolg blieb, beschlossen die Helden, zum Marktplatz zurückzukehren, um vielleicht einen Hinweis von Iowen zu bekommen, wie sie die brennende Barriere überwinden könnten. Aber die alten Elfin murmelte nur etwas von einem Preis, den man zu zahlen bereit sein müsse, wenn man seine Ziele erfüllen wolle und dass diese Wand die Schrecken des Tempels zurückhalten solle. Taspira verließ daraufhin die Höhle, um Raubflügel draußen fliegen zu lassen, und die Helden kehrten daraufhin gemeinsam zur Flammenwand zurück. Trotz des hohen Risikos stürzte sich Leran durch die Flammen und wies die Anderen an, ihm zu folgen, wenn er es auf die andere Seite geschafft hatte. Wegen der Gefahr durch die Nesser wollten die Helden sich keine Rast in der Höhle leisten und so folgten sie Leran in die Flammen.
Leran fand als Erster heraus, dass es sich bei den Flammen keineswegs um eine Illusion handelte. Angesengt stolperte er aus dem Feuer und entfernte sich rasch von der heißen Wand. Ihn erwartete ein unangenehmer Anblick. Hinter der nächsten Biegung des Ganges stieß er auf ein Lager voller wild dreinblickender Orks, die sich sofort erhoben und auf ihn zustürmten. Edgar, der hinter Leran durch die Wand gekommen war, biss die Zähne zusammen und stieß seinen Stab in den Boden, woraufhin die Luft zwischen Leran und den Orks kurz aufflimmerte und eine unsichtbare Wand die Helden von den Orks trennte, die wütend auf die unerwartete Barriere einschlugen. In der daraus entstandenen Atempause konnten die Helden sich neu gruppieren und sich von den Wunden, die sie beim Durchqueren des Feuers davongetragen hatten erholen und noch einige Zauber für die bevorstehende Schlacht sprechen. Doch die Helden waren nicht die einzigen, die sich vorbereiteten. In der Zwischenzeit waren noch mehr Orks aus einem Seitengang gekommen und hinter ihnen ragte ein riesiges schlangenartiges Untier hervor, das bedrohlich zischte.
Bald darauf verschwand Edgars Energiewand und die Orks stürmten vor. Taspira und Leran gelang es, den Gang zu versperren und so konnten die Orks ihre Überzahl nicht nutzen. Der mit einem Unsichtbarkeitszauber versehene Faelar konnte ungestört auf die Schwachstellen seiner Gegner einstechen und mit vereinten Kräften konnten die Helden den Ansturm der Gegner abwehren und sogar die unheimliche Schlangenkreatur erschlagen. Aus Angst vor weiteren Gefahren im Tempel, beschlossen sie nun doch, eine Nacht zu rasten, nachdem sie den Lagerplatz der Orks gut abgesichert hatten.
Am frühen Morgen des 4.Hammer erhoben sich die Helden nach einer angsterfüllten aber ereignislosen Nacht von ihrer Schlafstätte. Nachdem Edgar seine Zauber gelernt und Taspira zu Mielikki gebetet hatte, betrat die Gruppe den Tempel. Im Innern sahen sie, dass der Tempel geschändet worden war. In seiner Mitte war eine Statue des einäugigen Orkgottes, Gruumsh, errichtet worden und ein großes Loch im Boden ließ erahnen, woher die Orks gekommen waren. Im Zorn über den Anblick des geschändeten Tempels schlug Faelar die Statue Gruumshs mit seinem Streitkolben in Stücke. Bei einer kurzen Untersuchung des Altars fanden die Helden dann eine große aber erstaunlich leichte Kugel, die sich nach einer magischen Untersuchung als die gesuchte Zeitkugel herausstellte. Sie steckten das Artefakt vorsichtig ein und machten sich auf den Rückweg. Diesmal gelang es Edgar, den Zauber, der die Flammenwand aufrechterhielt, kurzzeitig zu unterdrücken, sodass alle unbeschadet zum Marktplatz zurückkehren konnten, der inzwischen leer war.
Endlich wieder im Freien, wurde die Gruppe bereits vom Elfenwächter empfangen, der sie misstrauisch befragte, ob sich außer der Zeitkugel sonst noch etwas mitgenommen hätten. Nach Rücksprache mit den Priestern ließ er die Helden jedoch ihrer Wege ziehen. Als die Gruppe den Weg zum Plateau hinaufritt, zog plötzlich ein unnatürlicher dichter, eiskalter Nebel auf, wie sie ihn schon am Donnerpass erlebt hatten. Leran verspürte eine Aura des Bösen um sie herum und als sie Hufgetrappel vernahmen, führten sie die Pferde vom Weg und versteckten sich zwischen den Bäumen am Wegrand. Es waren jedoch nur einige Zentauren unter Falon Hufschweifs Führung, der ihnen empfahl, so schnell wie möglich diesen Ort zu verlassen!

