Faelar Mondaufgang, Mondelfen Schurke

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Inhaltsverzeichnis

Biographie

Die Abreise

Geboren wurde ich am 21. Tarsakh 1289 in Quenya, einer kleinen Elfengemeinde nahe Quaervarr. Zu Hause führte ich ein angenehmes und leichtes Leben. Mein Vater ist, wenngleich nicht der Älteste, eine Art Bürgermeister, wodurch mir die meisten Tore und Türen weit offen standen; ich lebte in den Tag hinein und auch in die Nacht; ich las die alten Schriften unserer Vorfahren und philosophierte Tage darüber; ich schlich mich an hübsche Mädchen heran, um sie zu erschrecken und zu ärgern, und wenn ich nicht gefunden werden wollte, hat mich kaum jemand finden können.

Auch wanderte ich viel durch den Mondwald, öfters auch nach Quaervarr. Doch eines Tages – ich war noch zarte 63 – zerstritt ich mich mit meinen Eltern. Ich wollte nicht ewig in dieser Gemeinde bleiben, auch wenn es wunderschön dort ist. Ich wollte die Welt sehen, ich wollte Abenteuer erleben, wie in den alten Legenden. In meiner jugendlichen Naivität träumte ich davon, einen Drachen zu besiegen. Meine Eltern wussten, meine Träume würden sich ändern, und versuchten mich zu beruhigen.

Ich glaube, damals war ich doch recht verzogen und egoistisch, ansonsten wüsste ich nicht, weshalb ich einfach abgehauen bin. Zuerst kam ich für ein paar Tage bei meinem Freund Druhg in Quaervarr unter, um meine Weiterreise zu planen und vorzubereiten. Ich entschloss mich nach Silbrigmond zu gehen und von dort nach Tiefwasser, Baldurs Tor, Amn und schließlich nach Chondath. Aber bekanntlich kommt es immer anders als man denkt.


Die Rekrutierung

Der Aufenthalt in Silbrigmond dauerte nur einen Tag. Ich war zwar fasziniert von der Größe und auch der Pracht der Stadt– vor allem von den alten elfischen Bauten –, aber Silbrigmond war einfach zu Nahe zum Mondwald, ich könnte meine Entscheidung bereuen und die Reise abbrechen oder meine Eltern oder alte Bekannte würden mich treffen, erkennen, dann würden meine Eltern wissen, wo ich bin. Nein, das wollte ich nicht haben. Ich schloss mich einer gemischten und bewachten Händlerkarawane an, denn man weiß nie, wie sicher es auf den Straßen ist – besonders bei solch weiten Reisen. Nach einigen ruhigen Tagen kamen wir dann in Tiefwasser an. Ich war zwar schon in Silbrigmond und habe Geschichten von Tiefwasser gehört, aber ...

Ich ging mich umschauend durch die Stadt. Von der Größe Tiefwassers fasziniert, habe ich nicht bemerkt, wie man mir mein Geld stahl – anders kann ich es mir nicht erklären. An eine Weiterreise war nicht zu denken. So blieb ich in Tiefwasser und hielt mich durch kleinere Taschendiebstähle am Leben, denn für Geschichten- und Legendenerzähler gibt es nur sehr wenig Geld.

Eines Tages sprach mich ein elegant gekleideter Mann an: „Komm mit Junge, du hast keine Ahnung was du da machst und kannst von Glück reden, dass sich die Wächter nicht für Leute interessieren, die Äpfel klauen. Weißt du, du hast Potenzial, aber dir mangelt es einfach an Können.“ Der Mann hieß Moran Hadeg, wie er mir während eines kleinen Spazierganges durch die Stadt offenbarte. Mit seinen 63 Jahren – was für ein Zufall, er war mir gleich sympathischer – eins der ältesten Mitglieder einer kleinen Diebesgruppe in Tiefwasser. Bei sich zu Hause erklärte er mir dann: „Für einen Menschen bin ich alt und doch habe ich nicht genug Geld, um noch einige Jahre zu leben. Ich muss noch einen letzten großen Coup landen. Doch alleine schaffe ich das nicht und da kommst du ins Spiel, Kleiner. Wie schon gesagt, du hast Potenzial und deshalb möchte ich dich als meinen Lehrling aufnehmen.“ Ich war verblüfft. Verblüfft und beeindruckt von den Möglichkeiten, die sich mir hier darboten. Etwas mehr Spannung in meinem Leben! Der Reiz des Verbotenen! Abenteuer! „Ich nehme ihr Angebot mit Freuden an, Herr Hadeg.“

An diesem Tag beschloss ich, nur noch zu Erevan Ilesere, dem elfischen Gott des Glücks, der Tricks und der Schurken, zu beten und ihr für mein Glück zu danken.


Die Ausbildung

In den folgenden Tagen, Wochen und Monaten lehrte mich Meister Moran – so musste ich ihn nun nennen – nahezu sein gesamtes Wissen. Ich übte mich an Übungsschlössern und kletterte nachts die Stadttürme hinauf und hinunter. Während der Meister Geschichten erzählte stahl ich den Zuhörern das Geld aus der Tasche. Doch so langsam bekam ich Gewissensbisse. Sollte ich ewig Taschendieb sein? Sollte ich ewig arme Leute noch ärmer machen? Sollte ich anderen Menschen ihre Lebensgrundlage nehmen, damit ich leben konnte? Mit meinen Zweifeln ging ich zu meinem Meister. „Mein Junge. Die letzten anderthalb Jahre waren deine Ausbildung. Das Alles. Es war nur die Vorbereitung. Dass du Zweifel bekommen hast, wen du bestiehlst, zeigt mir, dass du deinen Kopf behalten hast. Es zeigt mir, dass du kein normaler Dieb bist. Du hast deine Ideale behalten. Nun bist du bereit. Nun sind wir bereit.“

Unser Ziel war ein gewisser Leo Vanheerden, ein Händler, der offiziell mit Tuchwaren handelte, doch jeder wusste, dass er sein Vermögen von wo anders hatte. Es stellte sich heraus, dass er Narkotika miserabler Qualität verkaufte. Durch seine Waren sind schon viele Menschen, Zwerge, Elfen und andere umgekommen. Zwei Tage lang kundschaftete ich sein Haus aus. Es war ein altes Menschensteinhaus mit großen Fenstern – zum Glück auch auf dem Dach. Vanheerden verließ sein Haus jeden Morgen für drei Stunden – mit etwas jugendlichem Charme erfuhr ich vom Hausmädchen, er gehe immer in sein Geschäft, jeden Morgen. Sie selber verließ das Haus in der Zeit, um einige Einkäufe zu tätigen. Somit schien mir der Zeitpunkt ideal.

In der Nacht sind dann mein Meister und ich auf die Dächer des Häuserblocks gestiegen und haben uns dort auf die Lauer gelegt. Als dann beide aus dem Haus waren sind wir durch ein von der Straße abgewandtes Dachfenster eingestiegen und haben sogleich sein Arbeitszimmer aufgesucht, in welchem einer der besseren zwergischen Panzerschränke stand. Ich brach ihn auf, während mein Meister nach den Narkotika schaute, um diese gut sichtbar im Gebäude zu verteilen – wir hatten vor die Wache zu rufen, nachdem wir wieder raus waren. Nach einer viertel Stunde waren wir wieder auf dem Dach mit mehreren tausend Goldmünzen und die einzige Spur war das aufgeschnittene Fenster. Meister Moran ging zur Wache und ich versteckte das Gold unter einigen Schindeln auf dem Dach – es fällt eben doch auf, wenn ein Mensch und ein Elf mit zwei großen, klimpernden Geldsäcken ein fremdes Dach hinabsteigen.

In der Nacht ging ich wieder auf das Dach und holte das Gold in kleinen Portionen. Am nächsten Tag sprach es sich in der Stadt herum, dass Vanheerden des Handels mit unerlaubten Waren überführt wurde. Auch sagte mir mein Meister, dass ich die Aufnahmeprüfung erfolgreich bestanden habe. „Was für eine Aufnahmeprüfung?“ wunderte ich mich. „Der Einbruch Gestern. Du wurdest die letzten drei Tage ständig von hohen Mitgliedern der Gruppe beobachtet. Da ich dir nur das Ziel gesagt habe und die Wohnung für die Wache präpariert habe, wird der Einbruch als Prüfung akzeptiert und du hast sie bestanden. Nun bist du inoffiziell ein offizielles Mitglied unserer Diebesgruppe – wenngleich noch kein Meister.“


Die Heimkehr

Inzwischen bin ich 84, meinen Meister habe ich vor 7 Jahren begraben. Die letzten 21 Jahre bargen viele Abenteuer wie Kneipenschlägereien, Verfolgungsjagden durch Gassen und über Dächer, Schwertkämpfe mit einigen Wachen und noch vieles mehr. Ich habe mich hier in Tiefwasser eingelebt, eine kleine Baumwohnung gekauft und bin ein akzeptierter Bürger der Stadt – immerhin bin ich offiziell ein Gelehrter. Auch habe ich bereits 2 anderen jungen Leuten geholfen und sie zur Gruppe gebracht. Ich lebe ein solides Leben voller Spaß und Spannung – auch wenn es merkwürdig klingen mag. Deshalb habe ich mich entschlossen, meine Eltern wieder zu besuchen, über den Streit damals müsste Gras gewachsen sein.

Ich bin nun circa zwei Wochen lang geritten und habe ohne große Ereignisse Quaervarr erreicht. Erst einmal bleibe ich hier – drei oder vier Tage, je nachdem wie lange es dauert, Druhg die ganzen Geschichten zu erzählen.

Quenya

Quenya ist eine kleine Gemeinde im süd-süd-westlichen Teil des Mondwaldes. In ihr leben etwas weniger als 100 Elfen friedlich beieinander. Durch die relative Nähe zu Quaervarr und dem reichhaltigen Angebot des Waldes gibt es genug Waren zum Leben. Auch die Lycanthropen machen eher wenige Probleme – sie lernten bereits die elfischen Silberwaffen kennen.

Freunde

Einer der wenigen Freunde ist Druhg, ein junger Zwerg, dem Faelar auf einer Wanderung getroffen hat. Sie verstanden sich auf Anhieb und sind seitdem beste Freunde, auch wenn Druhg an sich 14 Jahre jünger ist als Faelar.

Charakterdetails

Gesinnung: Chaotisch gut. Fealar ist in einem Dorf aufgewachsen, in dem es allen gut geht. Die Leute zu Hause denken recht modern, haben selten Vorurteile, deshalb sorgt sich Faelar oft um das Wohl anderer. Aufgrund seines eher ungeduldigen Charakters ist er jedoch zum Schurken geworden.

Kampf: Wenn es sein muss, dann kämpft Faelar, doch versucht er den direkten Kampf zu vermeiden. Er versucht seine Gegner zu umgehen und dann gezielt ungeschützte Stellen zu treffen, um den Kontrahenten kampfunfähig zu machen. Dennoch merkt man ihm sein mangelndes taktisches Verständnis an.

Religion: Er hatte schon des Öfteren Glück, weshalb Faelar zu Erevan Ilesere betet, auf jeden Fall immer dann, wenn er ihm geholfen hat und auch vor schwierigeren Aufgaben.

Zivilisation/Städte: Er hält es überall aus. Ob Haus, ob Baum, ob Boden oder Bett. Faelar hat alles erlebt und es hat ihm nicht geschadet. Nur zu essen bevorzugt er in einer Taverne oder Kneipe.

Reiseverhalten: Faelar weiß, worauf es beim Verstecken ankommt, weshalb er auch weiß, wie man Verstecke ausfindig macht. Auch kann er sich seines Studiums der Bücher und Karten wegen gut orientieren.

Lagerverhalten: Wo er seine Meditation abhält, ist ihm egal – immerhin sind es nur einige wenige Stunden, weshalb er auch gerne mal den Großteil der Wache übernimmt.

Sozialverhalten: Faelar ist noch recht jung, naiv und vorurteilsfrei, weshalb er sich mit Leuten schnell anfreundet, doch diese Freundschaften sind oft nur oberflächlich. Aber für seine wahren Freunde würde er sein Leben opfern.

Ziele: Ein kurzer Abstecher zu Hause und dann dorthin wo die Füße ihn tragen.

Kleidungsstil: Unterschiedlich, er passt ihn an die Situation an. Mal tritt Faelar als Bauer, mal als Kaufmann auf und ein andermal ist er ein Magier oder ein einfacher Reisender.

Tiere: Als Elf ist Faelar mit der Natur verbunden, aber er achtet auch den natürlichen Kreislauf. Sprich, er lässt Tier Tier sein und versucht sich nicht in die Natur einzumischen, wenn sie ihn in Ruhe lässt.

Beiname: Faelar erhielt in seiner Abwesenheit in Suzail von Leran den Beinamen "Der Geschwinde".

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